Professionelle Tropfenbewässerung in KOMKI (Burkina Faso)
Hermann Bauer sorgt für den nächsten Entwicklungsschritt

  „Die Bauern um unseren Staudamm in Komki erfahren gerade den nächsten Entwicklungsschritt und sind begeistert, berichtet Hermann Bauer!“

Zusammen mit Konvoi-Verwaltungsmitglied Stéphane Souli reiste er Anfang Februar nach Burkina Faso, um die von ihm gelieferten Gerätschaften in Betrieb zu nehmen. Kleinbauer Jonas stellte seine Felder und den Schöpfbrunnen als Versuchsanordnung dankbar zur Verfügung. Denn Hermann Bauer hatte ihm schon bei seinem letzten Besuch deutlich gemacht, dass durch die herkömmliche Methode zu viel Wasser verschwendet wird, wenn das kostbare Nass mit einer Dieselpumpe und Rohren zwischen die Anpflanzungen gepumpt wird. Das geht mit einer solarbetriebenen Tropfenbewässerung viel effizienter. Dies hat er den Bauern jetzt vorgeführt.
herr bauer in aktion verlegte wasserohre praktischer unterricht
Herr Bauer und seine Schüler

Zuerst wurde das Feld mit dem Regner nass gemacht und über Nacht ruhen gelassen. Mit der mitgelieferten Motorfräse wurde am nächsten Morgen der Boden zunächst aufgelockert. Dann wurden die Tropfenbewässerungsschläuche verlegt und an denen entlang Salatpflanzen gesetzt. Anschließend wurde die Anlage in Betrieb genommen.

Im Nu zeigte der mitgebrachte Hydrometer ausreichende Feuchtigkeit an den Pflanzenwurzeln an und die Pumpe konnte abgeschaltet werden. Da die Solarpumpe viel schonender pumpt als eine Dieselpumpe, hält der Brunnen seinen Wasserstand und zieht keinen Schwemmsand an. So versandet dieser nicht mehr so schnell. Dies verringert die erforderlichen Wartungsarbeiten im Brunnenschacht und an den Pumpen, ganz abgesehen von der sinnvollen Nutzung kostenlos und reichlich vorhandener Sonnenergie.

Die Jungbauern sind Feuer und Flamme für die neue Bewässerungsmethode mit der sie nun im Savannenklima drei Ernten im Jahr einfahren können. Und es ist ein Segen, dass sie auf den heimischen Feldern rund um das Jahr Arbeit und genügend zu essen und Einkommen für ihre Familien haben.

Eine weitere Erwerbsquelle hat sich am Stausee ergeben: aus den angeschwemmten Sedimenten werden Mauersteine gepresst, welche in der Sonne getrocknet sich wunderbar für den Hausbau eignen. Und selbst die Kinder spüren die Aufbruchstimmung. Als sie jetzt erlebten, was für ein Segen diese Schöpfbrunnen für eine effiziente Landwirtschaft sein können, haben sie begeistert angefangen selbst Brunnenschächte zu graben.

begeisterte kinder produktion von lehmsteinen arbeitseinsatz
begeisterte Kinder, Lehmsteine, Schläuche verlegen

So können Fluchtursachen in Afrika bekämpft werden! Denn, wem es gut geht, der wandert nicht ab. Und viele Eltern, die es sich früher nicht leisten konnten, schicken jetzt ihre Kinder zur Schule, wo sie für den nächsten Entwicklungsschritt vorbereitet werden.

Herr Bauer wurde selbst von dieser Aufbruchstimmung angesteckt und will im Oktober wieder hinreisen und im Dorf Gonsin die nächste Anlage in Betrieb nehmen. Denn gerade dort, wo kein Stausee in der Nähe ist, versiegen bei der 9-monatigen Trockenzeit die Tiefbrunnen schnell. Da ist sparsamer Wasserverbrauch mit solarbetriebenen Pumpen evident und wichtigt. Damit wird die alljährliche Hungersnot verringert, weil mehr Nahrungsmittel gepflanzt und geerntet werden können.

Bei seiner Arbeit in Komki hat er 90 Bauern in moderner Landwirtschaft unterrichtet und ganze Schulklassen haben ihm interessiert bei der Arbeit zugeschaut. Diesmal wurde erst eine Demonstrations- und Schulungsanlage aufgebaut. Aber für größere Anlagen, welche in einem genossenschaftlich organisierten System große Ackerflächen bewässern sollen, wird noch viel Anschubfinanzierung benötigt und Konvoi der Hoffnung bittet deshalb weiterhin um Geldspenden und dankt für die bisherige, großartige Unterstützung!

Waghäusel, 1. März 2019

Manfred Rölleke

Der Stausee von KOMKI - eine Erfolgsgeschichte
Burkina Faso – Januar 2019 - Konvoi der Hoffnung e.V. - Dr. R. Pflücke