Der Stausee von KOMKI - eine Erfolgsgeschichte
Burkina Faso – Januar 2019 - Konvoi der Hoffnung e.V. - Dr. R. Pflücke

Die Regenzeit hatte sich letztes Jahr erheblich verspätet. Ende Juni warteten die Bauern immer noch verzweifelt auf die Niederschläge des Mai. Kinderreiche Familien holten ihre letzte Hirse aus dem Speicher: Vorräte für die Aussaat, die sie so dringend brauchten.

Anfang Juli gingen dann mehrere Wolkenbrüche nieder und innerhalb von zwei Wochen war der Stausee randvoll. Die 5000 Bauernfamilien in der Talsenke von Komki begannen ihre Felder zu bestellen. Und unser Mann vor Ort, der Lehrer Prosper Nikiema (Bild u.rechts), schickte begeisterte Mails.

Mitte Dezember brachten dann viele schon die zweite Ernte ein: vor allem Kohl, Zwiebeln, Tomaten und Lauch. Der Großmarkt der Hauptstadt Ouagadougou ist ja nur eine Fahrstunde entfernt.

Das Wasser wird wohl bis weit in die Trockenzeit reichen. Zur Freude entfernter lebenden Bauern, deren Schöpfbrunnen dann auch im März noch Grundwasser führen werden.

Hermann Bauer, Fachmann für landwirtschaftliche Beregnung, hat es sich in den Kopf gesetzt, den Leuten von Komki bei der Wertschöpfung zu helfen. Noch gehen sie sehr verschwenderisch mit dem Wasser um. Gießen Dutzende Kannen auf ein Tomatenbeet oder leiten das Nass mit einer Dieselpumpe auf die Felder. Die Folge: In der Tropenhitze vernichten Parasiten oder Fäulnis das Gemüse. Hermann Bauer hat mit eigener Kraft eine solargetriebene Berieselungsanlage nach Burkina Faso geschickt. Sein magisches Wort heißt Tropfenbewässerung. Doch die müssen sie vor Ort erst einmal lernen.

Bei unserem nächsten Aufenthalt in Komki sollen zwei Agrartechniker von der Uni Ouagadougou den Bauern Anbauhilfe geben. Durch sparsame Bewässerung und mit Hilfe von Solarenergie soll das wertvolle Wasser gerecht verteilt werden. Die Jungbauern sind Feuer und Flamme. Bisher hatten sie während der neunmonatigen Trockenzeit nichts zu tun. Viele wanderten ab in die Städte oder in die wilden Goldminen im Norden. Nun finden sie auf den heimischen Feldern genug Arbeit - und Einkommen. Es ist die einfachste Art, Fluchtursachen vor Ort zu bekämpfen. Denn wem es gut geht, der wandert nicht ab.

Mit drei Ernten im Jahr kommt schon jetzt Wohlstand ins Tal. Und viele Eltern, die es sich früher nicht leisten konnten, schicken ihre Kinder zur Schule.

Wir danken allen Freunden des KONVOI für ihre großmütigen Spenden!

Rolf Pflücke

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