23.10.2009 | Info-Abend ein voller Erfolg
Otto Fischer, Vorstand der Hilfsorganisation „Konvoi der Hoffnung“ konnte im Bürgerhaus Wellensiek & Schalk in Oberhausen rund 120 Gäste, darunter auch die Bürgermeister von Oberhausen-Rheinhausen und Forst, die Herren Martin Büchner und Reinhold Gsell, willkommen heißen. BM Büchner, der die Schirmherrschaft über diese Informationsveranstaltung hatte, zeigte sich dankbar, eine so rührige Hilfsorganisation mit so vielen freiwilligen Mitarbeitern in seiner Gemeinde zu haben. Dann stellte er den Zuhörern in einer sehr anschaulichen Gegenüberstellung dar, dass wir zu den 8% der Menschheit gehören, denen es gut geht. Und dass wir daran arbeiten müssen, dieses Missverhältnis zugunsten der vielen hungernden und mittellosen Menschen in der Welt zu verändern.


Dann ergriff der Hauptredner, ZDF-Journalist Dr. Rolf Pflücke, das Wort und erzählte von den Erfahrungen seiner langjährigen Auslandstätigkeit in Südamerika, Asien und Afrika. In tief beeindruckenden Fotos aus Burkina Faso schilderte er die historische Entwicklungslücke, durch Geisterglauben und andere Fehlentwicklungen. Politische Korruption und ein Kampf bis aufs Messer um wertvolle Rohstoffe lassen die breite Bevölkerungsschicht in der Armut dahin vegetieren. Langanhaltende Trockenheit in den Ländern der Sahelzone lassen keine Anpflanzung oder Ernte auf den Feldern zu. Nur wenige fruchtbare Monate stehen zu Verfügung um Reis, Gemüse oder Baumwolle anzubauen. Dazu überfluten subventionierte, billige Nahrungsmittel aus China, Indien und Thailand (auch Hähnchenfleisch aus Deutschland) und Baumwolle aus USA den lokalen Markt, so dass die einheimischen Bauern auf ihren Produkten sitzen bleiben. Gründe für die oft lebensgefährliche Landflucht in Richtung Europa. 70% der Bevölkerung sind Analphabeten.
Erst langsam stellt sich bei vielen Eltern in Afrika das Bewusstsein ein, dass Bildung die Voraussetzung für eine bessere Zukunft ist und sie schicken ihre Kinder zur Schule. Wo die staatliche Entwicklungshilfe, auch aus Deutschland, oft an den eigenen Interessen der Menschen vorbei geht, sei die „Hilfe zur Selbsthilfe“, die der Konvoi der Hoffnung im Bezirk Sourgoubila seit einigen Jahren direkt bei den Menschen leistet, überall sichtbar, sagte Dr. Pflücke. Von Erwachsenenbildung über Schülerspeisung, Schul- und Brunnenbau, Ausstattung von Kranken- und Entbindungsstation, Anbau von Fruchtbäumen und Gemüse, bis hin zu Rollstühlen und Gehhilfen für Behinderte, geht die Hilfe. Am folgenden Morgen flog Dr. Pflücke zum fünften Mal in diesem Jahr nach Burkina Faso, um für den Konvoi der Hoffnung vor Ort die Weiterentwicklung zu organisieren.
Nach der Pause beschrieb der stellvertretende Vorsitzende Manfred Rölleke die Ziele der Hilfsorganisation, das Spendenaufkommen und die Verwendung der Geld- als auch Sachspenden in Deutschland, Osteuropa, im nahen Osten und in der 3. Welt. So werden mittellose Familien, Waisenhäuser und Kinderheime mit Lebensmitteln und Sachleistungen unterstützt, Kindersoldaten in Afrika resozialisiert, Lepra-Kranke geheilt, die Behindertenhilfe von Hans-Peter Dentler sowie Existenzgründungen durch Kleinkredite unterstützt. Eine neue Herausforderung will die Hilfsorganisation jetzt im Kongo angehen, wo zigtausende Kinder als Soldaten und Minenarbeiter missbraucht werden.
Am Schluss bedankte sich Otto Fischer für die aktuellen Informationen, den guten Besuch der Informationsveranstaltung und bei den Spendern für ihre wertvolle Mitarbeit. Er wies eindringlich darauf hin, dass wir nicht zulassen dürfen, dass Afrika weiter ausgebeutet wird. Ihnen Land und Meer (Fischfang) weggenommen wird. „Wir werden in Europa nur eine Zukunft haben, wenn wir den Afrikanern helfen und Vertrauen schaffen, damit wir von Afrika die für uns sehr wichtigen Rohstoffe bekommen und sie für uns als Absatzmarkt gewinnen“, schloß Otto Fischer.
Der Erlös des Abends in Höhe von 1.314,15 Euro wurde spontan direkt an Dr. Pflücke weitergeleitet.
Die lückenhafte Besetzung in den vorderen Reihen täuscht; hinten wurden für die „Nachzügler“ noch zuätzliche Stühle aufgestellt.
Bild oben, im Vordergrund, Herr Hans-Peter Dentler und Frau Elisabeth Kessler.
Bild oben v.l.n.r.: Herren Dr. Rolf Pflücke und Hahn und Frau Ebru Baz. Bild unten Mitte: Herr Dr. Bodo Schmidbauer aus Schwetzingen. Frau Baz und Dr. Schmidbauer sind große Förderer unserer Hilfsorganisation.




