Archiv für Juli 2009
Die Außentemparatur betrug 30°. Im Lastzug drin hatten Alfred Adler, Albrecht Hartkorn und Heinrich Brand bei 40° und mehr, Schwerstarbeit zu leisten als wir am letzten Donnerstag (16.7.) den LKW für das Komitat Tolnau beluden.Am Vormittag um 9.30 Uhr wurden zunächst bei der Fa. Sunval drei Paletten Babynahrung verladen. Dann ging es nach Oberhausen, um den LKW zu füllen. Durch Industriespenden und die Sachen von unserer Sammelaktion am 4. Juli hatten wir so viele gute Sachen bekommen, dass wir nicht alles unterbringen konnten. Obwohl das Verladeteam ausgezeichnete Arbeit geleistet hat und bis unter die LKW-Plane lud. 
Da wir nicht mehr so viele Textilien bekommen, aber um so mehr gute Sachspenden des täglichen Bedarfs als „Hilfe zur Selbsthilfe“, wird das verladen immer schwieriger. So können wir nur noch bis auf eine Höhe von ca. 1.50 Meter Kartons laden, um eine gute Basis zu haben. Da drauf müssen dann die Fahrräder, Kinderwagen, Kinderbetten, Rollstühle, Rollatoren, Toilettenstühle usw. gestapelt werden. Das kostet nicht nur Kraft sondern auch viel Zeit. So konnte der LKW erst um 15.30 Uhr den Hof Richtung Ungarn verlassen. Herzlichen Dank allen Spendern aus Nah und Fern und dem Verladeteam mit v.r.n.l. Heinrich Brand, Alfred Adler, Helmut Huber, Albrecht Hartkorn, Stefan Alt und Manfred Rölleke, sowie Paul Breitner und Robert Keller, die beide auf dem Foto fehlen. Vielen Dank auch Frau Baz von der Spedition Baz in Waghäusel, die Sachspenden aus Wolfsburg und Meerbusch als Zuladung abholen ließ.
Das Komitat Tolnau ist eine sehr arme Gegend etwa 80 km südöstlich vom Plattensee. Junge, gut ausgebildtete Menschen wanderten aus, ältere und Minderheiten (Sinti), die nach dem Krieg aus Rumänien zwangs-umgesiedelt wurden, verblieben dort. Die meisten haben keine Ausbildung und keine Chance auf einen Arbeitsplatz. Ohne unsere Hilfe rutschen diese Menschen weiter in Armut ab und verlieren jede Hoffnung auf Besserung. Dazu hat der ungarische Staat Mitte Juni noch die Mehrwertsteuer von 20 auf 25%! erhöht, was die Lebensbedingungen für die Menschen dort noch zusätzlich erschwert.
Sofort nach Ankunft des Lastzuges wurde ausgeladen und auf Kleintransporter und Anhänger verladen, um die Hilfsgüter den bedürftigen Menschen in den umliegenden Dörfern zu bringen.





Die Babynahrung wurde von armen Familien dringend erwartet. Bei einer Familie hat sich schon wieder „Nachwuchs“ angemeldet; dieses Mal Zwillinge (siehe 1. Foto), so dass jetzt dringend ein schmaler Zwillingskinderwagen gesucht wird. Die Sitze sollten hintereinander angebracht sein weil der Hauseingang für einen breiten Zwillingswagen zu schmal ist, er aber nicht draußen stehen bleiben kann. Wir hoffen, bei unserer nächsten Sammelaktion, einen solchen geschenkt zu bekommen.


Im Kinderheim Hedjeß gab es beim Kinderfest einen zünftigen Bohnengoulasch was bei den Mädchen offensichtlich sehr gut ankam.


Ein Sturm hat in „unserem“ Dorf Bantougdo (Burkina Faso) das Dach der Grundschule weg gerissen. Nun brauchen wir dringend Spenden, um es zu ersetzen! Denn sonst wird die ganze Schule mit 780 Schülern, in der jetzt beginnenden Regenzeit, unbrauchbar werden. Wir sind für jeden Euro sehr dankbar!
Spendenkonten: Volksbank Konto-Nr. 10 626 200, BLZ 663 916 00, Sparkasse Konto-Nr. 203 155 809, BLZ 660 501 01.
Manch einer hat sich vielleicht schon gefragt, warum der Klimawandel die ärmsten Länder am schlimmsten treffen wird. Aber wie wir hier sehen trifft es nicht nur Bangladesh, Indien und Indochina. Jetzt schlagen die Wetterkapriolen auch in „gemäßigteren“ Zonen Afrika’s gewaltig zu! Wo man bisher „nur“ mit den Jahreszeiten Trockenheit und Regenzeit fertig werden musste, fegen jetzt beim Wetterwechsel heftige Tornados über das Land. Das größte Problem dort ist aber, dass öffentliche Bauten zwar mit festen Steinen errichtet sind, die Dächer aber oft nur mit Leichtaluminium ausgeführt wurden. Diese Bauart ist allerdings, wie die Bilder unten verdeutlichen, solchen Stürmen nicht gewachsen.

Werden auf Dauer die Schilfhäuschen, wo die kleineren als Vorratsspeicher, die größeren auch als Wohnhäuser dienen, diesen neuen Herausforderungen gewachsen sein?

In Bantougdo kamen die Menschen mit dem Schrecken davon. Schließlich befanden sich sowohl die Grundschüler als auch die College-Schüler gerade in den Schulen beim Unterricht als der Sturm los brach. Doch in den Nachbardörfern starben drei Menschen. Keiner der älteren Leute dort kann sich erinnern, so ein mörderisches Unwetter je schon einmal erlebt zu haben.
Der pensionierte Auslandskorrespondent Dr. Rolf Pflücke aus Heidelberg stieß Anfang des Jahres zu unserer Hilfsorganisation. 1942 in Bruchsal geboren, wuchs er in Zeutern auf. Nach Studium und Promotion berichtete er bis 1979 als ARD-Korrespondent aus Latein-Amerika. 1986 wechselte Pflücke zum ZDF und hatte dann viele Einsatzorte in aller Welt, drehte Dokumentarfilme und berichtete von verschiedenen Brennpunkten der Erde. So hatte er z.B. 2004 von der Geiseltragödie einer deutschen Touristin in Kolumbien live zu berichten.In diesem Jahr war er schon dreimal in Burkina Faso sowie in Tansania und Sansibar. Seine Frau arbeitet dort in der Entwicklungshilfe für die GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), einer Abteilung des Entwicklungshilfeministeriums. Pflücke nutzte die Reisen, um für den Konvoi der Hoffnung als Afrika-Koordinator, die laufenden Hilfsprojekte in Afrika mit neuem Leben zu erfüllen, aber auch um den Spendern zu zeigen wofür ihr Geld verwendet wurde. Dabei zahlt er, wie übrigens alle freiwilligen Mitarbeiter des Konvoi-Teams die Reise- und Verwaltungskosten aus der eigenen Tasche.

Der Vorsitzende, Otto Fischer, konnte neben Dr. Pflücke (links stehend) über 30 freiwillige Mitarbeiter zum internen Informationsabend begrüßen. „Der Konvoi der Hoffnung ist stolz darauf, dass das ganze Spendengeld zu 100% in die Hilfsprojekte einfließt.“, betonte er.

Danach begann Dr. Pflücke seinen ausführlichen Bericht, unterlegt mit über 60 Fotos. „Überall wo ich hin kam waren die Hilfsmaßnahmen vom Konvoi präsent. Die Rollstühle und Gehhilfen beherrschen das Straßenbild und Menschen tragen T-Shirts mit deutschen Werbeaufdrucken. Auch der riesige Container auf dem Schulhof, der als Schulbibliothek genutzt wird, und unsere blauen Wasserfässer aus Ketsch sind nicht zu übersehen wo sie herstammen“, bemerkte er.Im weiteren Vortrag merkte man sofort, dass der Schwerpunkt seiner Entwicklungsarbeit in Afrika in der Schulbildung und der Ökologie zu finden ist. „80% sind in Burkina Faso Analphabeten“ sagte er, und weiter „nur 20% der Kinder können eine Schule besuchen und viele müssen jeden Tag 10 km und mehr aus der weiten Savanne zur Schule laufen, oft ohne jegliche Verpflegung“. Da es sich mit knurrendem Magen schlecht lernen lässt, hat er als erstes eine Schülerspeisung organisiert. Die Grundschule in Bantougdo hat 780 Schüler bei einer Klassengröße bis zu 150 Kindern! Die Oberschule nur 80. Im Gespräch mit dem Schulleiter kam auch an den Tag, dass das Wasser aus dem 30 Meter-Tiefbrunnen doch noch Parasiten enthält, also hat er schon bei seinem ersten Besuch Wasserfilter gekauft. Seitdem ist der Durchfall bei den Kindern stark zurückgegangen.



Doch um Mittagessen kochen zu können, musste er mehrere Säcke Hirse, Reis, Tomaten und auch Olivenöl besorgen. Auch hat er zwei Öko-Kochherde gekauft, die 60% weniger Brennholz verbrauchen als die herkömmlichen, riesigen Lehmherde. Das hat „Schule“ gemacht und so kauften bis jetzt rund 40 Privathaushalte in dem Dorf ebenfalls kleinere Öko-Herde zum Preis von umgerechnet 3 Euro, was nicht nur zusätzliche Arbeit dort schafft, sondern den Frauen selbst hilft, da sie nicht so viel Brennholz von der Savanne heim schleppen müssen.

Aber damit noch nicht genug. Bei seinem zweiten und dritten Besuch kümmerte er sich um die Fertigstellung von weiteren Tiefbrunnen aus dem laufenden Brunnenbau-Programm. Er organisierte einen Schulgarten, damit für die Schulspeisung nicht immer alles gekauft werden muss und informierte sich über die Wiederaufforstung, denn die immer kahler werdende Savanne hat verheerenden Folgen für Mensch und Tier.
Auch organisierte er die Untersuchung von über 150 Menschen mit Augenkrankheiten und sorgte für die Operation von 37 Menschen mit grauem Star oder Augenlidverwachsungen, einer Krankheit die in der heißen Savanne bei älteren Menschen häufig anzutreffen ist und unbehandelt zur Erblindung führt. Weitere 14 Menschen wurden mit gebrauchten Brillen versorgt, bei denen neue Gläser nach dem individuellen Bedarf eingepasst wurden.

Er lobte bei seinem Vortrag wiederholt die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Konvoi der Hoffnung, der nicht einfach Geld überweist, sondern vor Ort sich um den richtigen Einsatz kümmert. Dabei auch immer darauf achtet, dass die Menschen selbst etwas Geld beisteuern, damit sie besser auf die Sachen aufpassen. Sei dies bei der Beschaffung von Eseln für die Landwirtschaft oder dem Bau von Tiefbrunnen.Am kommenden Sonntag reist Dr. Pflücke wieder nach Burkina Faso. Dann wird er sich u.a. um den Anbau des Schulgartens kümmern, damit mit der beginnenden Regenzeit die Anpflanzung abgeschlossen werden kann. „Es gibt noch viel zu tun“, sagte er und schloss seinen Vortrag mit dem Dank und dem Wunsch an alle Spender, den Konvoi der Hoffnung weiterhin zu unterstützen, Afrika in der Entwicklung voran zu bringen. „Auch viele Kleinbeträge können in der Summe eine große Hilfe zur Selbsthilfe sein!“
Herzlichen Dank allen Spendern für die großartige Hilfe bei unserer Sammelaktion! Sie haben uns, durch eine Vielzahl von verschiedenen guten Sachspenden, wieder sehr geholfen, „Hilfe zur Selbsthilfe“ in den ärmsten Regionen Osteuropas zu leisten. Dazu gingen Geldspenden in Höhe von 1.876,60 Euro ein. Alleine 920 Euro können wir zweckgebunden für unsere Projekte in der “3. Welt“ verwenden.
Die weitesten Anreisen hatten wohl ein Mann aus dem Saarland, der uns vor allem sehr gute Werkzeuge spendete und ein Ehepaar aus Eschborn/Taunus (unteres Bild links), das uns 32 Weinbergpfähle, die dazugehörigen 14 Anker und eine Rolle Spanndraht, sowie andere Sachen brachte. Damit wird unser Osteuropa-Koordinator einen Weinberg in Mucsi/Ungarn als Beitrag zur Entwicklungshilfe anlegen.


Aber das war noch nicht alles: Selbst aus Hannover und Meerbusch wurden uns durch die Spedition Baz (Waghäusel) einige Paletten Sachspenden von hilfreichen Menschen angeliefert. Dazu kommen noch drei Paletten Babynahrung von der Fa. Sunval in Waghäusel-Kirrlach sowie viele Kartons neue Textilien, so dass wir wieder Mühe haben werden, alles auf den Lastzug zu bekommen. Wir haben auch wieder die Zusage der Landesstiftung Baden-Württemberg, 725 Euro zu den Transportkosten beizusteuern. Nur so können wir die Fahrt in das Komitat Tolnau in Ungarn finanzieren. Nochmals herzlichen Dank allen Spendern und der Landesstiftung!
Der am weitesten gereiste Besucher unserer Aktion kam allerdings aus Australien; der Enkel unserer langjährigen Sponsorin aus Waghäusel, Frau Gabriele Richter (Bildmitte).

Ein herzliches Dankeschön auch unserem Sammelteam mit Barbara Eicher, Claudia Romstein, Sabrina Horn, Judith Jungkind, Stefan Alt, Helmut Gramlich, Jürgen Jurkowitz, Hans Müller und Ludwig Zimmermann.

Im Bild unten unser Freund Stephane Souli aus Burkina Faso, der von Beruf Apotheker ist und Frau Jungkind half, Medikamente und med.techn. Geräte zu sortieren und zu verpacken.

Last but not least, danke auch den anwesenden Schülerinnen von der Realschule Philippsburg, Lavienne Meckes, Nicole Blüm und Jasmin Hoffmann die bei uns für das sortieren und verpacken der Spielzeuge für Kinder verantwortlich sind.
