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Gertrud Scheuber, pensionierte Krankengymnastin aus Billigheim, arbeitete auf eigene Kosten 3 Wochen in Sri Lanka. Hier ist ihr ausführlicher Bildbericht: „Im Januar habe ich auf Vermittlung von Herrn Dentler 3 Wochen in einem Haus für
schwerbehinderte Kinder auf Sri Lanka nahe der Stadt Kalutara bei Colombo gearbeitet. Ein Teil der Kinder waren körperbehindert, der andere Teil waren junge, mehr oder weniger geistig behinderte Frauen.
Eine Hälfte des Heimes und täglich, nie endende Wäsche zum trocknen.
Essensvorbereitung in einer dunklen Küche
Es herrschte eine liebevolle Atmosphäre untereinander, die mobilen Geistigbehinderten fütterten die Körperbehinderten, kümmerten sich um die Wäsche und andere Kleinigkeiten, kurzum satt und sauber war gewährleistet.
Da ich Krankengymnastin bin (61 Jahre), hatte ich mir vorgenommen, mit den Kindern therapeutisch zu arbeiten, was ich auch in die Tat umgesetzt habe, allerdings immer unter dem Aspekt, dass es den Kindern Spaß macht. Der große Renner war ein großer Gymnastikball, auf dem jeder sitzen und hüpfen wollte und auf dem man noch viele andere interessante Dinge machen konnte, wobei die Kinder gar nicht merkten, dass ich damit ein therapeutisches Ziel verfolgte.

So sieht der Nachmittag der Kinder aus, nur sitzen und schauen.
Ein Schlafraum, zum Zudecken werden Stofffetzen verwendet.
Leider fehlt allen Kindern die Förderung, sei es die Anleitung etwas in die Hand zu nehmen und damit etwas anzufangen, sei es das Füttern im Rollstuhl, Toilettentraining, katastrophal war das Trinkverhalten : es wird den Kindern mit überstrecktem Kopf in den Mund geschüttet, und, was am aller traurigsten ist, den Kindern fehlt die emotionale Zuwendung.
Ein geistig behindertes Kind, füttert ein körperbehindertes Kind.
Beim Therapieren bin ich immer von einer Kinderschar umlagert und alle lieben es fotografiert zu werden.
Sie haben sich in den 3 Wochen meines Aufenthaltes so an mich geklammert, haben mit den Augen regelrecht um Aufmerksamkeit gebettelt, dass es mir oft schwer gefallen ist wo anzufangen und wo aufzuhören. Natürlich sind auch Eifersüchteleien nicht ausgeblieben, dass der eine oder andere bei Nichtbeachtung angefangen hat zu schreien oder zu schlagen.
Viele Kinder haben schlimme Zahnstellungen, die durch Hochrutschen der Oberlippe noch schlimmer aussehen.


Geht doch!! Nach der Behandlung.
Wenn ich mir den Sonntag freigenommen habe, hat es am Montag einen halben Tag gedauert, bis sich die Kinder mir wieder zugewendet haben. Oder als ich sie einige Tage vorher darauf vorbereitet habe, dass ich wieder weggehe, haben manche bitterlich geweint.
Es besteht bei vielen Kindern ein großes Entwicklungspotential, leider war außer satt und einigermaßen sauber nicht mehr zu erreichen. Das liegt sowohl an der personellen Unterbesetzung als auch am Desinteresse der dort Beschäftigten. Lieber wurde an einem Heiligenbild gestickt als sich mit den Kindern zu befassen.
Ich konnte über Herr Dentler, der zu diesem Zeitpunkt einen Container voll medizinischer Hilfsmittel nach Sri Lanka brachte und im ganzen Land verteilte, 4 Rollstühle und einen Toilettenstuhl bekommen, wobei 2 davon sicher im Gebrauch sein werden. Den einen hat ein 16 Jahre altes Mädchen bekommen, die auch ein bisschen englisch sprach und überglücklich über dieses Geschenk war, da sie bis dahin immer nur auf einer Steinbank sitzen konnte. Den anderen hat ein junges schwerbehindertes Mädchen bekommen, das vorher immobil auf einem Plastikstuhl sitzen musste.
Rollstuhllager in Colombo, organisiert von Herrn Dentler.
Abholung von 5 Rollstühlen für „meine Behinderten“
Dieses Kind kannte die Welt bisher nur aus dieser Perspektive.
In der Behandlung war es ihr möglich, Arme und Beine zu strecken.
So sieht sie die Welt nun anders, ob es ihr auch weiter ermöglicht wird?


Darusha mit dem blauen T-shirt konnte sich bisher nur hüpfend fortbewegen und saß die meiste Zeit auf der Steinbank. 

Nun ist sie glücklich sich etwas unabhängiger fortbewegen zu können. Dieses Kind kann keine Tasse halten oder spielen, aber es konnte den Rollstuhl mit großer Freude bewegen.
Gibt man ihr weiterhin die Gelegenheit?
Was ich anregen konnte, war der Bau eines kleinen Weges zum besseren Rollstuhltransport vom Haus zur Spiel- und Aufenthaltsecke der Kinder, die aber leider nur an den Vormittagen genützt wird. Nach dem Essen sitzen die Kinder entweder im Bett oder auf Plastikstühlen neben ihren Betten.
Ich kann nur hoffen, dass die anderen Rollstühle wenigstens zur Überwindung des Weges in die Spielecke benützt werden.
Auch er lag den ganzen Tag in starker Streckspastik in seinem Bett
Dieser Verbindungsweg wurde auf meine Anregung hin gebaut.
Fazit meiner Reise: Leider war ein nachhaltiges Arbeiten in diesem Haus nicht möglich und die Kinder sind nach meinem Weggang wieder sich selbst überlassen. Das ist sehr schade, denn jedes einzelne Kind hätte es verdient, ein bisschen Zuwendung zu bekommen und durch weiteres therapeutisches Arbeiten zu einer besseren motorischen Entwicklung zu gelangen.
Gerne würde ich wieder in einem Land arbeiten, in dem meine Erfahrung erwünscht ist, aber auch das Interesse besteht sie zu übernehmen und weiterzuführen.“
Der Konvoi der Hoffnung dankt Frau Scheuber ganz herzlich für ihre Initiative und den aufschlussreichen Bericht.
Unter dem Titel „Die Müllkinder von Rumänien“ zeigte RTL letzte Woche eine Dokumentation über eine kinderreiche Roma-Familie. Sie lebt praktisch auf der Müllkippe von Viseu de Sus in den Waldkarpaten und vom Müll ihrer Mitmenschen. Der Film dokumentiert sowohl die bittere Armut in Rumänien als auch die soziale Stellung der Minderheiten in dem EU-Land. Hier ist der Link zu dem erschütternden Film (einfach anklicken):
http://www.spiegel.de/video/video-1080433.html
Am letzten Mittwoch lief auf arte der erschütternde Dokumentarfilm: „Blood in the Mobile“.
Dieser Film dokumentiert die erzwungene Kinderarbeit in den Rohstoffminen im Osten des Kongo. Sie können sich den Film im lifestream anschauen (einfach anklicken):
http://videos.arte.tv/de/videos/blood_in_the_mobile-3688340.html
Unser Dr. Pflücke arbeitet seit 2009 sehr eng mit dem Mann der GTZ vor Ort, Achim Koch, zusammen, um diese traumatisierten Jugendlichen – falls sie das Martyrium überleben – zu resozialisieren. Meist sind es entflohene Kindersoldaten, die in den Erdminen schuften müssen, damit die großen Handy- und Elektronik-Konzerne Milliarden-Gewinne einfahren können.
Jetzt wollen wir verstärkt Spendengelder für die Aktion im Ost-Kongo einsetzen, damit die Kinder und Jugendliche durch Ausbildung eine neue Lebenschance erhalten.
Am Handy ist eine verzweifelte Lehrerin: ihre Erstklässler hocken beim Unterricht auf dem blanken Boden; 
für Schulmöbel, Hefte und Stifte fehle das Geld. So mache ich mich auf den Weg nach Banguinsoma.
Eine sengende Sonne liegt über dem 3000-Seelen-Dorf in der Savanne.
Verstreute Lehmhütten und Hirsespeicher, da und dort ein ausgemergelter Esel. Die Trockenzeit treibt ihrem Höhepunkt zu, die Hitze auch.
Hinter den Karité-Bäumen tauchen ein paar heruntergekommene Häuser auf, das muss die Dorfschule sein.
Direktor Jean Bassinga kommt mir schon von weitem entgegen und stellt seine Lehrerinnen vor: Rosali, die anrief und Maimouna.
Die Kinder der 1.Klasse lernen gerade einfache Wörter lesen, jedes muss mal zur Tafel, und mit Hilfe des Zeigestocks buchstabieren.
Burkina Faso ist zu arm, um in all seinen Dörfern Schulen zu bauen. Die Leute in der Savanne bringen ja nicht mal zwei Euro Schulgeld (im Jahr) zusammen. Alle leben hier von heute auf morgen.
Draußen sind Eltern der Kinder mit dem Bau eines Schuppens beschäftigt. Ein seltenes Bild: Die Männer und Frauen errichten mit eigener Kraft eine Art Pergola; mit Hirsestroh bedeckt, ein Platz im Freien für die erste Klasse: Hilfe zur Selbsthilfe!
Die Hitze steigt im Frühjahr oft auf 45 Grad, in den Schulräumen wird es unerträglich schwül. Bis zum Beginn der Regenzeit im Juni unterrichten die Lehrer dann lieber draußen unter dem Schattendach.
Jean Bassinga ist ein ungewöhnlicher Mann. Seine Eltern waren so arm, dass sie ihn nicht zur Schule schicken konnten. Lesen und Schreiben brachte er sich selbst bei.. Er machte das Abitur und wurde Lehrer. Wenn er heute vor seiner vierten Klasse steht – 85 Schüler, dicht gedrängt – dann ist ihm bewusst, wie wichtig die Rolle als Lehrer hier in Westafrika ist. Dabei kann seine kleine Dorfschule nicht gerade als Vorbild gelten. Sie ist wie tausend andere fast mittellos und vom Staat abgeschrieben. Das Salär der Lehrer liegt oft unter 70 € im Monat. Seit sieben Jahren kämpfen sie für einen Schulbrunnen; doch der Bürgermeister hat kein Geld.
Eine Lehrerin führt mich zu ihrer Hütte, die „Toilette“ (mit dem Eimer für die ‚Buschdusche’) ist halb eingefallen. Die Frau muss ihr Morgenbad vor Sonnenaufgang nehmen, damit sie keiner sieht.
In den Hitzemonaten April und Mai gibt es dort Giftschlangen. Und die Reptilien schleichen sich auch in die Schule; letztes Jahr ist ein Kind an einem Schlangenbiss gestorben.
Was können wir da tun?
Wir werden an unsere großherzigen Freunde daheim in Deutschland appellieren, bestimmt finden sich Menschen, die bereit sind, zu helfen.
20 Schulbänke und –tische kosten 700 €, mit 100 € könnte man Hefte und Schreibzeug kaufen, mit weiteren 200 € die Lehrerhütten instand setzen. Beim Bürgermeister werde ich selber vorsprechen. Denn diese armen Leute haben unseren Einsatz verdient.
In gemeinsamer Arbeit bauen sie draußen das ‚fliegende’ Klassenzimmer fertig. Die Chefin des Elternvereins Marie Kaboré (Bildmitte) treibt alle an.
In Ouagadougou treffe ich tags darauf den Schulmöbelschlosser Sawadogo, eine Möbelfabrik auf der Straße. Wir sind uns schnell einig: Er wird diezwanzig Bänke und Tische in e i n e r Woche liefern. Metallrahmen mit Holzauflagen, zum Sonderpreis.
Der Mann hält Wort, das ist wohl das Geheimnis seines Erfolgs. Einige Tage später kommt er in seinem alten Mercedes vorbei: „Fini“! Am nächsten
Morgen werden die Bänke in die Savanne transportiert.
Die Lehrer wollen es nicht glauben und selbst Rosalis Erstklässler machen große Augen.
Sie rücken in den Bänken zusammen, denn der Raum ist eng.
Und dann singen sie ein Chanson zur Begrüßung. Von dem Weißen mit dem Schlapphut, der da eines Tages mit einem Lkw voller Schulmöbel anrückte werden sie noch lange reden. Zumal der dann auch noch zwei Leinensäcke aus seinem Auto holt, voll frischer Baguettes. 

Und dazu für jedes Kind einen Beutel Wasser und Brause.
Ich erinnere mich dabei lebhaft an die eigene Schulzeit auf dem Lande.
Diese Kinder kommen ja morgens schon hungrig in die Schule und halten den ganzen Tag tapfer durch.
Oft gibt es am Mittag noch nicht einmal Wasser. W i e sie das schaffen ist mir ein Rätsel. Die Lehrerin Rosali erzählt mir später, dass die meisten schon nach der dritten Stunde so müde sind, dass sie nichts mehr aufnehmen können. Aber der Wille, in die Schule zu gehen ist stärker als alle Entbehrung – und sei der Weg auch meilenweit.
KONVOI der HOFFNUNG – Jeder EURO kommt an!
Dr. Rolf Pflücke – 3.2.2011
‚Ein Dorf ohne Schule, ein Skandal!’ Immer wenn er von Saaba sprach, wurde er wütend. Wie konnte die Regierung nur zulassen, dass hunderte Orte in Burkina Faso ohne Schule waren! Doch der Staat hat einfach kein Geld – und die Dörfer in der Savanne kommen zuallerletzt.
So beschloss der Lehrer Prosper Nikiema 2008 selber eine Schule in Saaba zu bauen. Ein Freund, der an der benachbarten Elfenbeinküste im Kakaohandel zu Geld gekommen war, versprach ihm zu helfen. Ein Bankkredit war schnell beschafft – umgerechnet 2000 Euro, zu 10% Jahreszinsen. Doch sein Freund würde ihm bald helfen. Die ersten drei Klassenräume waren schnell gebaut; luftgetrocknete Ziegel, Lamellenfenster und –türen, ein Blechdach, außen wie innen ohne Putz, blanker Erdboden.

Im Oktober 2008 wurden die ersten Kinder eingeschult, welche Freude für das Dorf!
Aber der Freund von der Elfenbeinküste ließ nichts mehr von sich hören. Prosper musste den Kredit alleine abstottern – rund 60 € im Monat – fast die Hälfte seines Nettoverdienstes. Als ich ihn kennen lernte, war er verzweifelt.
Doch dank der Hilfe des KONVOIs bekam die Schule bald Solarlicht; so konnten die Kinder auch abends lernen.
35 Frauen baten um einen Alphabetisierungskurs; und sie bekamen außerdem kleine Energiesparherde – es ging voran.
Im Winter 2009 besuchten meine Freunde, die Herolds aus Heidelberg, den Ort und schlossen Freundschaft mit dem tapferen Gründer Prosper Nikiema.
Der hatte Mühe, seine drei Lehrkräfte zu bezahlen. 55 Kinder gingen in die ersten drei Klassen, und es wurden immer mehr. Von den Familien – fast alle bettelarme Zuwanderer aus der Savanne – war wenig zu erwarten.
So griffen wir Prosper unter die Arme. Dank großherziger Spenden bekamen die Kinder täglich eine Schulspeise; zwei kleine Lehrerhäuser wurden gebaut und ein viertes Klassenzimmer. Der Nachbar Edouard bekam ein Eselgespann und versprach, als Gegenleistung stets Wasser für die Kinder zu holen.
Blieb nur dieser lästige Kredit, der Prosper das Leben erschwerte.
Doch auch da plötzlich ein Lichtblick: Ein deutscher Freund hört von der Geschichte des Schulbauers und bietet an, ihn von seiner Last zu befreien. Das Darlehen ist inzwischen bis auf 1.400 Euro abgestottert.
Als ich Prosper zu Weihnachten 2010 die Nachricht überbringe umarmt er mich, den Tränen nahe. Wir machen einen Termin bei seiner Dorfsparkasse ‚Caisse Populaire’ von Dassouri und sitzen eines morgens der netten Mademoiselle Benedicte gegenüber, die ein paar Worte Deutsch spricht.
„So einen ‚Père Noél’, Weihnachtsmann, hätte ich auch gern“, sagt sie, als ich den Scheck ausstelle und das Darlehen liquidiere. Klar, wer nicht!
Als alles erledigt ist, hebt Prosper plötzlich die Arme zum Himmel: „Gott sei’s gedankt, das ist der Tag meiner Befreiung!“
Wir fahren nach Saaba, nehmen einen Sack Reis für die Schulspeise mit und vereinbaren, dass er mit dem Rest der tollen Spende (über 600 €) das fünfte Klassenzimmer in Angriff nehmen solle. Denn zum nächsten Schuljahr werden weitere 30 Kinder erwartet. Und bald wird man auch Räume für ein ‚Collège’, eine Oberschule brauchen, denn die Besten wollen ja nach der Grundschule weitermachen.
Die Einwohner von Saaba und vor allem die Eltern der Schulkinder sind sich der Chancen bewusst, die ihnen die Freunde aus Deutschland da bieten. Deshalb machen sie alle kräftig mit.
Dr. Rolf Pflücke – Januar 2011