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Im Oktober beginnt das neue Schuljahr und in Bantogodo sind wieder weit über hundert Neuschüler angemeldet. Immer mehr Eltern und vor allem die Mütter in Burkina Faso begreifen, dass die Schule die beste Lebensgarantie für ihre Kinder ist, die Chance, dem Hunger und der Armut zu entgehen.
Im Bild Dr. Pflücke inmitten der Grundschüler. Im Hintergrund die Grundschule und unser großer Schiffscontainer von 2008, der als Lager dient. Zwei große Schulgebäude gibt es schon im Ort. Mit dem ‚Konvoi der Hoffnung‘ haben wir ja 2009 die alte Dorfschule umgebaut. Seither hat sie als Collège gedient. Doch inzwischen wird sie für den Ansturm der Erstklässler benötigt. Wohin mit all den Anderen, die nach der sechsten Klasse weitermachen wollen? Sie in die entfernte Stadt schicken? Keine Familie hat dafür das Geld. So beschloss der Konvoi, Mittel des BMZ für eine neue, weiterführende Schule zu beantragen. Genauer: von dessen Außenstelle für private Projekte, BENGO.
Mit unermüdlichem Fleiß trug Konvoi-Vize Manfred Rölleke die Baupläne, Kosten und Projektdetails zusammen. Stéphane Souli, unser Burkinabé, Apotheker aus Pforzheim, beschaffte die Unterlagen aus Bantogodo.
Projektträger vor Ort ist der Frauenverein ALFNB, der sich verpflichtete, vor Ort nach dem Motto ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ 12.000 Arbeitsstunden zu leisten. Die verbleibenden Baukosten von rund 45.000 € teilen sich der Konvoi und BENGO im Verhältnis 25/75. Ein Gebäude mit drei Klassen soll es werden, ebenerdig und mit umlaufender Veranda. Eine erfahrene Baufirma aus Ouagadougou bekam den Zuschlag.


Den Bauarbeitern macht es Spaß, all den Frauen bei der Arbeit zuzusehen. Einer trägt das zum Tag passende T-Shirt: „Ich bin dabei!“
Freund Stéphane hat sich für sechs Wochen von Pforzheim verabschiedet, um die Schule in seinem Heimatdorf mit aus dem Boden zu heben.
Was musste er alles besorgen: Das Gelände, seine Erschließung, die Papiere der Gemeinde, Katasterauszüge, Satzung des Frauenvereins. Das OK des Ministeriums in Ouagadougou nicht vergessen.
Ich beantrage selber einen Termin beim Minister. Nach Wochen die Antwort: Dienstag 16 Uhr. Dann hocke ich im Vorzimmer zwischen anderen Bittstellern. 17 Uhr. Ob das noch was wird? Ein Gewitter, Stromausfälle in der ganzen Stadt; es geht kein Licht, kein Fahrstuhl, kein Ventilator. Gegen 18.30 Uhr ist der Minister bereit.
Ich will ihm eine Freude machen mit unseren Schulprojekten, den Werkstätten und Alphabetisierungskursen in der Savanne. Doch er hat ganz andere Gedanken. Sein Bruder lebe in Deutschland; ob ich dem Grüße übermitteln könne?
„Auf Wiedersehen!“ Er drückt mir seine Visitenkarte in die Hand und bringt mich zur Tür. Früher habe er einmal Deutsch gelernt, viel sei nicht übrig geblieben. „Rufen Sie an, wenn Problem..!“ Er verspricht mir immerhin, zur Einweihung der neuen Mittelschule zu kommen.
In Bantógodo gehen die Arbeiten derweil zügig voran; Ende April 2012 soll das Gebäude stehen.
So soll die Schule mal aussehen. Zweihundert Realschüler haben darin Platz. Das Ministerium wird die nötigen Lehrkräfte stellen.
Beim ‚Konvoi der Hoffnung‘ aber denkt man schon an die nächsten Schulprojekte.
Viele Dörfer in der Savanne warten darauf.
Dr. Rolf Pflücke, September 2011
Heute führte uns unser Ausflug in das benachbarte Komitat Somogy (Schomodei) im südlichen Ungarn. In einem dort gelegenen „Mütterheim“ wohnt seit Anfang Juni eine Zigeunerin aus unserer Nachbarschaft in Mucsi. Sara und ihre drei Kinder Josefa, Jürgen und Silvia (Namen aus Sicherheitsgründen geändert) hat dort Zuflucht gefunden, nachdem der ehemalige Lebensgefährte sogar die geringe Sozialhilfe und das bisschen Kindergeld ihr laufend unter Gewalt weggenommen hatte. Ihre Kinder hatten zum Schluss sogar in Nachbars Hühnerstall vom Hühnerfutter gegessen.
Nach neunzigminütiger Autofahrt erreichen wir das Gebäude. Alles sieht sehr ordentlich aus. Der Eingang ist mit der Kamera überwacht. Doch zunächst gibt es ein großes Erstaunen, als wir im Büro nach unserer ehemaligen Nachbarin fragen. Der Name ist nicht bekannt. Erst als wir mit den Vornamen der drei Kinder und deren ungefährem Alter unser Anliegen etwas präzisieren, bekommen wir Auskunft. Sara wurde hier unter einem anderen Familiennamen registriert.
Mitgebracht hatten wir etliche Kartons mit Kleidung für jüngere Frauen, Kinder und einen großen Sack voll Schuhe. Wir stellen alles im Eingangsbereich ab. Dann heißt es, wir müssen 1 Stunde warten oder um 12:00 Uhr wiederkommen. Wir entschließen uns für das Letztere und gehen kurz einkaufen.
Pünktlich um 12:00 Uhr sind wir wieder zurück. Die Wiedersehensfreude bei Sara ist groß. Oder ist es die Freude über die mitgebrachten Sachen?
Sie hält ihre jüngste Tochter Silvia auf dem Arm, die ist jetzt gerade mal drei Jahre alt. Ihr Bruder, Jürgen (5), ist in dem direkt angrenzenden Kindergarten untergebracht. Da gerade Mittagessenszeit ist, das Mittagessen wird dort gemeinsam von allen Kindergartenkindern eingenommen, können wir ihn leider nicht besuchen. Und die große Tochter Josefa ist doch noch in die Schule gekommen. Vor vier Monaten hieß es noch, dass das Mädchen nicht schulreif wäre und noch ein Jahr warten müsste. Dabei hatte es sich so auf die Schule gefreut. Es konnte nie genug Papier, Buntstifte etc. bekommen zum Malen oder Zeichnen.
Sara erzählt, dass es ihr gut gehen würde, auch wenn die geringen finanziellen Mittel nicht für alles reichen würden. Sie wohnt mit ihren Kindern in einem kleinen Appartment und ist für Putzen, Kochen und alle anderen Sachen selbst zuständig. Aus Sicherheitsgründen dürfen wir den Innenbereich, auch mit Rücksicht auf die anderen jungen Frauen, weder betreten noch Bilder machen.
Bernhard Schilling, Osteuropa-Koordinator.
Die letzte Sammelaktion am 3. September war wieder sehr erfolgreich. Neben vielen guten Sachspenden brachten uns unsere Mitbürger auch die nötigen Geldspenden, um die Transportkosten abzudecken, aber auch zweckgebunde Spenden für unsere vielfältigen Hilfsprojekte in der sog. 3. Welt.
Gestern wurde nun der Lastzug aus Ungarn beladen und auf den Weg gebracht. Zusammen mit einer Industriespende mit 70 Matratzen und 20 Lattenrösten, die heute früh in Süssen noch zugeladen wurden, war der Lastzug voll bis unter die Dachplane.





Die Menschen in Bocsa und Tirol in Rumänien werden sich freuen, rechtzeitig zum Herbstanfang, warme Kleidung und gute Schuhe zu bekommen. Aber natürlich auch über die vielen anderen Güter des täglichen Lebens, wie Werkzeuge und Arbeitsgeräte, Fahrräder, Nähmaschinen, Küchenausstattung und -Geräte, usw, usw. Diese wichtigen Dinge, die als Hilfe zur Selbsthilfe dienen, sind in der armen Rumänischen Provinz fast unerschwinglich.
Herzlichen Dank allen Spendern aber auch unserem Sammel- und Verladeteam für ihr Engagement.
Mit beeindruckender Maßarbeit hat uns das THW Oberhausen-Rheinhausen mit dem Autokran am Montagabend den 20-Fuss-Schiffscontainer mit einem Gewicht von 3 Tonnen auf einen Lastzug aus Ungarn gehoben. Herzlichen Dank dem gesamten THW-Team und besonders Kranführer Michael Baumann und Helfer Markus Rolli!


Bei den oberen Führungsschienen des LKW fehlten in der Breite etwa 5 cm, so dass der LKW-Fahrer und Markus Rolli (rechts) diese mit den Seitenbrettern etwas auseinanderdrücken mussten, damit der Container runter gelassen werden konnte.
Eine echte Maßarbeit von Zugführer Michael Baumann, der froh war, als es geschafft war, denn unten auf der Ladefläche waren auf beiden Seiten nur noch 2cm Platz!
Der Container wurde dann am Dienstagvormittag in Mannheim mit 136 gebrauchten Kirchenstühlen der Pfarrgemeinde St.Jakobus gefüllt. Danach fuhr der LKW nach Biblis weiter, um den vorderen Teil des Lastzuges mit gespendeten Baustoffen voll zu laden. Der Container dient unserer Zweigstelle „Konvoi Magyarország“ in Mucsi als Zwischenlager.
Herzlichen Dank der Fa. Baumit-Bayosan für die erneute Baustoffspende. Damit wird im Dorf Alsónána die Katholische Kirche renoviert.
Die Kirchenstühle sind für eine Kapelle nahe Mucsi bestimmt in der viele Trauungen stattfinden und in der bisher die Hochzeitsgäste mangels Sitzgelegenheiten der Zeremonie im stehen folgen mussten. Herzlichen Dank der Katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus in Mannheim für die Überlassung der Stühle und der Schreinerei Glocker für die vorübergehende Einlagerung und Mithilfe bei der Verladung.
Herzlichen Dank aber auch der Stiftung Baden-Württemberg, die auch diesen Hilfstransport mit 50% der Transportkosten unterstützt.
Heutevormittag kam der LKW in Mucsi an wo der beladene Container von einem Autokran gleich abgeladen und waagerecht aufgestellt wurde, so dass er unserem Osteuropa-Koordinator, Bernhard Schilling, ab sofort als Lager dienen kann. 





Einen ausführlichen Fotobericht finden Sie auf der Homepage unseres Osteuropa-Koordinators: http://www.mutsching.eu.
Am 16. August 2011 fand die Gründung der KONVOI MAGYARORSZÁG NONPROFIT KÖZSHASZNÚ Kft. (Konvoi Ungarn öffentliche Gesellschaft) statt. Damit besitzt Konvoi der Hoffnung e.V. eine selbstständige juristische Person in Ungarn, die gleichberechtigt mit den örtlichen Selbstverwaltungen den sozialen Aufgaben nachgehen kann. Dies ermöglicht beispielsweise, gemeinsam mit einer Gemeindeverwaltung im Bildungs- und Jugendbereich tätig zu werden. Damit ist auch die Möglichkeit gegeben, vorhandene ungarische öffentliche Mittel oder andere Zuschüsse zu beantragen und zu verwenden. Dies gilt insbesondere auch für Förderprogramme der Europäischen Union (EU).
So ist beispielsweise daran gedacht, die im südlichen Ungarn weit verbreitete zweisprachige Schulausbildung (Ungarisch und Deutsch) auch in minderbemittelte Ortschaften weiter auszudehnen. Das beginnt ganz praktisch damit, dass mindestens eine Kindergartenerzieherin die deutsche Sprache beherrscht, um mit den Kindern deutsche Lieder zu singen und die donauschwäbische Geschichte des jeweiligen Dorfes zu vermitteln. Denn in den Grundschulen gibt es allenthalben bereits ab der ersten Klasse deutschsprachigen Unterricht, den aber nur die Kinder gut absolvieren können, die bereits geringe Vorkenntnisse haben.
Damit können auch benachteiligte Kinder aus anderen ethnischen Minderheiten (insbesondere Zigeunerkinder) durch das frühzeitige Lernen einer Fremdsprache bessere Bildungs- und Berufsaussichten erhalten.
Trotz – oder gerade wegen der – Regenzeit wurde der Bau der Mittelschule in Bantougdo (Burkina Faso) begonnen. Unser Freund, Stéphane Souli (der im nahen Pforzheim lebt), ist vorige Woche Nachhause geflogen, um die Arbeiten, und vor allem die ordnungsgemäße Abrechnung zu koordinieren.
Dieses Projekt werden wir in Zusammenarbeit mit dem BMZ (Bundesministerium für Entwicklungs-Zusammenarbeit), das 3/4 der Projektkosten bezahlt und dem Frauenverein ALFNB mit der einheimischen Bevölkerung, die 12.000 Arbeitsstunden ohne Vergütung leisten muss, im Frühjahr nächsten Jahres abschließen.
In Burkina Faso weiß man, dass nur eine gute Schul- und Berufsausbildung den Teufelskreis von Hunger und Armut in dem 5-ärmsten Land der Welt durchbrechen kann. Nur so ist Fortschritt und Entwicklung möglich und kann den Unbillen der Natur durch intelligente Problemlösungen entgegengewirkt werden. Dies schafft auch die Möglichkeit in diesen unterprivilegierten Landstrichen der Welt, ein liebenswertes „Zuhause“ aufzubauen und die Landflucht Richtung Norden und Europa zu beenden. Deshalb bitten wir alle verantwortlich denkenden Menschen bei uns um ihre Unterstützung!
Nachfolgend der erste Bericht von Stéphane Souli über den Baufortschritt. Der Baubeginn während der Regenzeit hat den Vorteil, dass genügend Wasser vorhanden ist, um betonieren zu können oder um Ziegelsteine herzustellen.
V.l.n.r. die Leiterinnen des Frauenvereins Francoise Souili Koama und Marguarite Nakalssé während der Sitzung mit dem Unternehmer und Stéphane Souli.
Stéphane Souli (links) und Unternehmer Joseph Ilboudo (rechts) mit den Mitgliedern des Frauenvereins an der Baustelle.
Einige Jugendliche von der Mittelschule (oben) aber auch die Frauen (unten) helfen kräftig mit beim ausheben der Fundamente.
Jetzt steht auch das Schnurgerüst.
Die wohlverdiente Mittagspause unter dem Schatten-spendenden Karité-Baum.
Hier wird der nächste, schwere Arbeitsschritt vorbereitet.
Die Felsbrocken werden zum betonieren der Fundamente benötigt, um Zement einzusparen.
Die Frauen dort sind es gewohnt, schwere Lasten auf dem Kopf zu tragen.
Trotz Ferienzeit gehen unsere Hilfsaktionen weiter! Am 2. August wurde in der größten Mittagshitze ein Lastzug mit Hilfsgütern beladen. Zunächst wurde unsere Halle vollkommen leer geräumt, damit Platz für die nächste Sammelaktion am 3. September ist. 

Dann wurden die beiden Container in unserem Außenlager weitgehend geräumt. Es passte noch nicht einmal alles darauf weil Platz freigehalten werden musste für zwei weitere Ladestellen.
Bei einer Privatklinik in Heilbronn wurden am nächsten Morgen wertvolle und sehr gut erhaltene OP- und med./techn. Klinikgerätschaften verladen. Am Nachmittag des gleichen Tages wurden bei einer Spedition in Hengersberg noch zwei sehr gute Zahnarzt-Behandlungsstühle mit dem nötigen Zubehör aufgeladen.
Die Reise ging zum Kreiskrankenhaus Szekszárd (Ungarn), wo die med./techn. Geräte abgeliefert wurden und dann zu unserer Zweigstelle in Mucsi.
Dort werden die übrigen Hilfsgüter von unserem Osteuropa-Koordinator, Bernhard Schilling, bedürftigen Menschen in Mucsi und Umgebung direkt übergeben.
Herzlichen Dank allen Spendern und auch unserer Verlademannschaft in Oberhausen-Rheinhausen sowie Sr. Alesandra Stutz der Chirurgischen Privatklinik Dr. Mütsch für die Organisation der Verladung in Heilbronn und Herrn und Frau Zimmermann von der Zahnarztpraxis sowie der Spedition Hensel in Hengersberg für die Lagerung und Ladung der Zahnarztbehandlungsstühle.
Und nachfolgend das feedback aus Ungarn: Am frühen Morgen des 5. August kam der Transport in Mucsi/Mutsching an. Bereits am Vortag wurden die medizinischen Geräte für das Krankenhaus in Székszárd entladen. Um 7:00 Uhr kamen dann die Sozialdienstpflichtigen und andere freiwillige Helfer, um den Lkw abzuladen. Die Scheune wurde mit Kartons voll gestapelt, die sperrigen Sachen im Hof abgelegt. Schon nach 60 min war alles erledigt. Bereits bis zum Abend hatten Stühle, Eckbank, etliche Fahrräder, Rollstühle und Stühle neue Besitzer gefunden, welche sich sehr freuten.


