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Seit Beginn der Trockenzeit sind die Arbeiter täglich im Einsatz und der Schulbau geht zügig voran. Mit dem Frauenverein von Bantogodo – dem Bauträger – ist vereinbart, dass die Einwohner 12.000 Stunden Eigenleistung erbringen sollen. Das Ganze darf kein Solokonzert der Weißen werden. 

Und so sieht man jeden Morgen Gruppen von Frauen Sand und Wasser schleppen.
Donnerstags bringt ein alter Bus weitere Freiwillige aus der Hauptstadt. Ouagadougou ist zwei Fahrstunden entfernt.
Ärgerlich nur, dass sich die Männer des Dorfes bisher so wenig um den Schulbau kümmern. Meist stehen sie müßig herum und schauen ihren Frauen bei der Arbeit zu. Der Grund ist, wie mir einer der Kerle zu verstehen gab, dass „wir uns grundsätzlich nur für Lohn die Hände dreckig machen’.
Freiwillige Arbeit also – unter ihrer Würde?
Die Frauen spielten da nicht lange mit. Sie machten ihren ‚Paschas’ Feuer unter den Hintern. Wie, das verrieten sie uns nicht. Ob mit Liebesentzug wie die Athenerinnen der ‚Lysistrata’?
Aufgepasst, Paschas! Inzwischen soll es Männer geben, die mutig für ihr Dorf zur Schaufel greifen! Salmata, die Leiterin der Frauengruppe führt Buch. Über die geleisteten Arbeitsstunden wie über den Fortgang des ganzen Baues.
Zur Zeit wird der Außen- und Innenputz aufgetragen. Und da der Mörtel mangels Strom (und Mischmaschine) von Hand angerührt werden muss, ist täglich eine Menge zu tun.
Der Bauunternehmer hat gerade die dritte Rate eingestrichen, 11 000 Euro. Er kauft jetzt die Träger und Bleche, Eisen und Anker für das Dach.
Zum Jahresende wird das Dach montiert, sollen die Fenster und Türen eingesetzt werden. Mit ein bisschen Glück könnte Anfang 2012 Könnte… die Einweihung sein.
Doch in Afrika dreht sich die Erde bekanntlich langsamer als anderswo.
Wie ein früherer Reisender schrieb: „Gott hat den Europäern die Uhr geschenkt, den Afrikanern aber die Zeit“.
Da der KONVOI unweit der Schule die Werkstatt der Frauen fertig gestellt hat – ihr Atelier –, sollen beide Bauwerke gemeinsam den Segen bekommen.
Frauenwerkstatt – das ‚Atelier’
Im Atelier soll Anfang Dezember dann der letzte Kurs der dreijährigen Erwachsenen-Alphabetisierung beginnen.
Über 50 ehrgeizige Frauen haben sich bereits angemeldet.
Bantógodo wächst über sich hinaus!
Dr. Rolf Pflücke – November 2011
Owinger Schüler erlaufen 12.875,30 Euro bei Sponsorenlauf!
Bei sonnigem Wetter sind am Freitag, den 14. Oktober 2011 über 200 Schülerinnen und Schüler der Auentalschule Owingen beim „Lauf für Afrika“ an den Start gegangen.
Die Schulleitung schreibt: „Wir sind stolz nun verkünden zu können, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch ihre hervorragenden Leistungen eine Gesamtspendensumme von 12.875,30 Euro erlaufen haben. Diese Summe geht nun, wie bereits angekündigt nach Burkina Faso, konkret nach Sabaa. Mit den erlaufenen Geldern möchten wir den Verein ‚Konvoi der Hoffnung e.V.‘ beim Bau einer Schule unterstützen, um so den Kindern dort das Lernen zu ermöglichen. 
Bereits im Vorfeld hatten sich die Kinder um großzügige Sponsoren bemüht, die für jede gelaufene Runde des Kindes einen Festbetrag für einen gemeinnützigen Zweck spenden. Mit viel Energie und Elan sind die Kinder den Lauf angegangen und haben mit ihrem Durchhaltevermögen alle überrascht!
Pünktlich um 9.30 Uhr gab Schulleiter Winfried Boos das Startzeichen zum ersten Sponsorenlauf der Auentalschule. Unterstützt von den Anfeuerungsrufen der Lehrerinnen und Lehrer sowie vieler Eltern und Sponsoren absolvierten die Kinder und Jugendlichen begeistert Runde um Runde. Mit einer hervorragenden Gesamtleistung von 1367,15 erlaufenen Kilometern endete der Sponsorenlauf um 11.00 Uhr.“
Wir vom ‚Konvoi der Hoffnung‘ bedanken uns ganz herzlich, dass die Verantwortlichen der Auentalschule auf Empfehlung der Lehrerin, Frau Anna Herold, dieses Projekt unterstützen und besonders bei allen Eltern und Sponsoren für diese großartige Sache. Aber der größte Dank geht an alle Schülerinnen und Schüler, die durch ihre herausragende Leistung dazu beigetragen haben, dass in Zukunft mehr Kinder in Saaba zur Schule gehen können.
Weitere Fotos vom Sponsorenlauf finden Sie unter www.auentalschule.de.
Manfred Rölleke, stellv.Vorstand.
Der Bau der neuen Realschule in Bantougdo (Burkina Faso) kommt weiterhin sehr gut voran! Jetzt wurden die Maurerarbeiten abgeschlossen und das Dach kann aufgesetzt werden. Hier die neuesten Bilder von der Baustelle. 


Die Schule bekommt auf beiden Seiten eine überdachte Terrasse, um die Sommerhitze etwas draußen zu halten. Schon jetzt sagen wir dem BMZ und bengo, aber auch unseren zahlreichen Spendern, ein herzliches Dankeschön für die großartige Unterstützung.
Dieser zusätzliche Schulraum ist dringend notwendig um den Kindern eine Zukunftsperspektive zu geben. Denn Bildung ist der Schlüssel zum Fortschritt in Afrika.
Das Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Forst-Weiher lädt dazu herzlich ein – am Donnerstag, 20.10.2011, 19:30 Uhr, im kath. Pfarrzentrum, Egerstraße 6 in Forst. Teilnahmegebühr 3,- €.
Dr. Rolf Pflücke, der ehemalige ZDF-Auslandskorrespondent und unser jetziger Afrika-Koordinator, erlebt den Teufelskreis des Hungers vor Ort – und schlimmer denn je zuvor. Kriminelle Marktspekulationen an der Getreidebörse von Chicago trieben die Preise um 70% in die Höhe. Die Folge: weitere 44 Millionen Menschen sind in Afrika vom Hungertod bedroht! Niemand versteht dort, warum das Leben über Nacht immer teurer wird. Und nun auch noch die drohende Missernte!
Die Regenzeit geht zu Ende, im Oktober wird in weiten Teilen Westafrikas die Hirse- und Maisernte eingebracht. Doch in Burkina Faso und den angrenzenden Sahel-Ländern sind die Bauern diesmal am verzweifeln. Zu wenig Regen, die Getreidespeicher sind leer. Mütter stöbern im Buschwerk der Savanne nach Pflanzen und Wurzeln, aus denen sie ihren Kindern einen Sud kochen können. Viele hungern bereits!
Der „Teufelskreis des Hungers“ in Afrika wird im Mittelpunkt des Abends stehen. Vor dem Hintergrund der Hungerkatastrophe in Ostafrika ist sein Thema von trauriger Aktualität und Brisanz. Dr. Pflücke wird auch diesmal wieder anhand drastischer Fotos zeigen, worum es geht. Und wie wir vom ‚Konvoi der Hoffnung‘ mit Ihren Spenden in der Savanne dazu beitragen, dem Hunger vorzubeugen, Frauen Einkommen zu schaffen, Werkstätten und Schulen zu bauen und den Menschen das Leben zu erleichtern.
Auch wir möchten dazu herzlich einladen!
Die Natur spielt verrückt. Zum Höhepunkt der Regenzeit im August fällt kaum ein Tropfen vom Himmel. Die Mais- und Hirsefelder sehen erbärmlich aus. 
Viele Getreidespeicher sind leer und alle warten sehnsüchtig auf die neue Ernte. Doch die wird dieses Jahr spärlich sein. Wir sind auf dem Weg zu Leonard Kaboré, dem Freund und Lehrer in Gonsé, der sich in all den Jahren uneigennützig für die Dorfbewohner eingesetzt hat. Auch sein Speicher ist leer. Mit dem Gehalt von 160 € muss die Familie auskommen.
Unterwegs begegnen wir der alten Mariam, die eine schwere Last auf dem Kopf trägt; wilde Bohnen und Feuerholz, darüber ein Kraut, das sie zur Suppe kochen wird. Ich stelle mir vor, diese einfache Frau mal zu ALDI oder LIDL zu schleppen. Wie würde sie angesichts unseres Überflusses reagieren?
Die Witwe hat eine sechsköpfige Familie. Für Hirse oder Reis ist kein Geld da; also muss sie sich jeden Tag was Neues einfallen lassen.
An einem Teich stehen Kinder mit seltsamen grünen Knollen, die sie im Wasser watend geerntet haben. Sie verzehren sie roh, mit Heißhunger, ihr ‚Frühstück’ an diesem Tag. Not macht erfinderisch.

Kinder ernten ‚Lotus’-Knollen im See – Nénupharen.
Ein paar Meilen tiefer in der Savanne fachen zwei Buben ein Feuerchen an; sie rösten drei Maiskolben, die sie halb grün in einem nahen Feld geklaut haben; Mundraub wird nicht bestraft. In Hungerzeiten muss jeder sehen, wie er satt wird.
Leonards Familie erwartet uns in der Hütte; ich setze mich zu ihnen. Der behinderte Henry ist immer aufgeregt, wenn er uns sieht. Die drei Mädchen sind Klassenbeste und der fünfjährige Lothar kommt nächstes Jahr in die Schule. Es sind gut erzogene Kids. Und wäre nicht Henry so früh an Kinderlähmung erkrankt – die Kaborés hatten kein Geld, ihn zu pflegen –, das bescheidene Glück wäre vollkommen. Der Älteste ist körperlich und geistig behindert und wird für immer ein Pflegefall bleiben. 
Leonard geht zum Hof, der kleine Hirsespeicher ist fast leer. Und für eine Aussaat blieb ihm dieses Jahr keine Zeit; denn er braucht dringend eine neue Bleibe. Die Gemeinde fordert das Haus zurück, das sie seit 10 Jahren bewohnen; im Oktober müssen sie raus.
Die Not der Kaborés fand in Deutschland ein Echo. Großherzige Freunde um Peter Herold spendeten, der ‚Konvoi der Hoffnung’ legte was drauf; den Rest zum neuen Haus trugen wir selber bei.
Hilfe für e i n e Familie? Das entspricht zwar nicht unseren Prinzipien; denn im Mittelpunkt sollte ja stets das Gemeinwohl stehen und „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Aber Leonard unterstützt den ‚Konvoi’ seit Jahren wo er kann. Er lädt zu Treffen ein, überwacht den Bau der Frauenwerkstatt, sorgt für die Alphabetisierungs- und Gewerbekurse und tut seine Pflicht als Lehrer und Gemeinderatsmitglied.
Baustelle im Juni
Drei Mio. Franc, rund 5000 Euro kostete der Bau am Ende. Ohne Strom und fließend Wasser, doch mit viel Schweiß erbaut. Leonard zeigt mir wortlos die Schwielen seiner Hände, froh, nun das eigene Dach über dem Kopf zu haben. Aber es fehlt noch so vieles: Moskitofenster, Küchenkram, ein Schattendach vor der Tür, die Schlafmatten für die Kinder.
Aber vielleicht findet sich ja jemand, der ein offenes Herz hat…
Dr. Rolf Pflücke – September 2011.