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28.11.2011 | Afrika’s Frauen streben voran!

Seit Beginn der Trockenzeit sind die Arbeiter täglich im Einsatz und der Schulbau geht zügig voran. Mit dem Frauenverein von Bantogodo – dem Bauträger – ist vereinbart, dass die Einwohner 12.000 Stunden Eigenleistung erbringen sollen. Das Ganze darf kein Solokonzert der Weißen werden. Schulbau Bild2 NovSchulbau Bild1 Nov
Und so sieht man jeden Morgen Gruppen von Frauen Sand und Wasser schleppen.
Donnerstags bringt ein alter Bus weitere Freiwillige aus der Hauptstadt. Ouagadougou ist zwei Fahrstunden entfernt.
Ärgerlich nur, dass sich die Männer des Dorfes bisher so wenig um den Schulbau kümmern. Meist stehen sie müßig herum und schauen ihren Frauen bei der Arbeit zu. Der Grund ist, wie mir einer der Kerle zu verstehen gab, dass „wir uns grundsätzlich nur für Lohn die Hände dreckig machen’.
Freiwillige Arbeit also – unter ihrer Würde?
Die Frauen spielten da nicht lange mit. Sie machten ihren ‚Paschas’ Feuer unter den Hintern. Wie, das verrieten sie uns nicht. Ob mit Liebesentzug wie die Athenerinnen der ‚Lysistrata’?Schulbau Bild3 Nov
Aufgepasst, Paschas! Inzwischen soll es Männer geben, die mutig für ihr Dorf zur Schaufel greifen! Salmata, die Leiterin der Frauengruppe führt Buch. Über die geleisteten Arbeitsstunden wie über den Fortgang des ganzen Baues.Schulbau Bild4 Nov
Zur Zeit wird der Außen- und Innenputz aufgetragen. Und da der Mörtel mangels Strom (und Mischmaschine) von Hand angerührt werden muss, ist täglich eine Menge zu tun.
Der Bauunternehmer hat gerade die dritte Rate eingestrichen, 11 000 Euro. Er kauft jetzt die Träger und Bleche, Eisen und Anker für das Dach.
Zum Jahresende wird das Dach montiert, sollen die Fenster und Türen eingesetzt werden. Mit ein bisschen Glück könnte Anfang 2012 Könnte… die Einweihung sein.
Doch in Afrika dreht sich die Erde bekanntlich langsamer als anderswo.
Wie ein früherer Reisender schrieb: „Gott hat den Europäern die Uhr geschenkt, den Afrikanern aber die Zeit“.
Da der KONVOI unweit der Schule die Werkstatt der Frauen fertig gestellt hat – ihr Atelier –, sollen beide Bauwerke gemeinsam den Segen bekommen.Atelier Bild1 Nov
Frauenwerkstatt – das ‚Atelier’
Im Atelier soll Anfang Dezember dann der letzte Kurs der dreijährigen Erwachsenen-Alphabetisierung beginnen.
Über 50 ehrgeizige Frauen haben sich bereits angemeldet.
Bantógodo wächst über sich hinaus!

Dr. Rolf Pflücke – November 2011

16.11.2011 | Sponsorenlauf erbrauchte Traumergebnis

Owinger Schüler erlaufen 12.875,30 Euro bei Sponsorenlauf!

Bei sonnigem Wetter sind am Freitag, den 14. Oktober 2011 über 200 Schülerinnen und Schüler der Auentalschule Owingen beim „Lauf für Afrika“ an den Start gegangen. 2011 10 03 015 SponsorenlaufDie Schulleitung schreibt: „Wir sind stolz nun verkünden zu können, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch ihre hervorragenden Leistungen eine Gesamtspendensumme von 12.875,30 Euro erlaufen haben. Diese Summe geht nun, wie bereits angekündigt nach Burkina Faso, konkret nach Sabaa.  Mit den erlaufenen Geldern möchten wir den Verein ‚Konvoi der Hoffnung e.V.‘ beim Bau einer Schule unterstützen, um so den Kindern dort das Lernen zu ermöglichen. 1scheckuebergabe Auentalschule
Bereits im Vorfeld hatten sich die Kinder um großzügige Sponsoren bemüht, die für jede gelaufene Runde des Kindes einen Festbetrag für einen gemeinnützigen Zweck spenden. Mit viel Energie und Elan sind die Kinder den Lauf angegangen und haben mit ihrem Durchhaltevermögen alle überrascht!
Pünktlich um 9.30 Uhr gab Schulleiter Winfried Boos das Startzeichen zum ersten Sponsorenlauf der Auentalschule. Unterstützt von den Anfeuerungsrufen der Lehrerinnen und Lehrer sowie vieler Eltern und Sponsoren absolvierten die Kinder und Jugendlichen begeistert Runde um Runde. Mit einer hervorragenden Gesamtleistung von 1367,15 erlaufenen Kilometern endete der Sponsorenlauf um 11.00 Uhr.“2011 10 03 008 Sponsorenlauf
Wir vom ‚Konvoi der Hoffnung‘ bedanken uns ganz herzlich, dass die Verantwortlichen der Auentalschule auf Empfehlung der Lehrerin, Frau Anna Herold, dieses Projekt unterstützen und besonders bei allen Eltern und Sponsoren für diese großartige Sache. Aber der größte Dank geht an alle Schülerinnen und Schüler, die durch ihre herausragende Leistung dazu beigetragen haben, dass in Zukunft mehr Kinder in Saaba zur Schule gehen können.

Weitere Fotos vom Sponsorenlauf finden Sie unter www.auentalschule.de.

Manfred Rölleke, stellv.Vorstand.

12.11.2011 | Maurerarbeiten abgeschlossen

Der Bau der neuen Realschule in Bantougdo (Burkina Faso) kommt weiterhin sehr gut voran! Jetzt wurden die Maurerarbeiten abgeschlossen und das Dach kann aufgesetzt werden. Hier die neuesten Bilder von der Baustelle. CIMG2085CIMG2086CIMG2087

Die Schule bekommt auf beiden Seiten eine überdachte Terrasse, um die Sommerhitze etwas draußen zu halten. Schon jetzt sagen wir dem BMZ und bengo, aber auch unseren zahlreichen Spendern, ein herzliches Dankeschön für die großartige Unterstützung.

Dieser zusätzliche Schulraum ist dringend notwendig um den Kindern eine Zukunftsperspektive zu geben. Denn Bildung ist der Schlüssel zum Fortschritt in Afrika.

22.10.2011 | Behindertenhilfe in Burundi

Nach der Verteilaktion in Ruanda reiste unser Koordinator für Behindertenhilfe in der sog. 3. Welt, Hans-Peter Dentler, nach Burundi weiter um den 2. Schiffscontainer Hilfsmittel zu verteilen. Hier ist ein Auszug aus seinem Bildbericht.Burundi Bild1 09 11Burundi Bild2 09 11Burundi Bild3 09 11Geburtsprobleme bei Hausentbindungen führen oft zu schweren geistigen Behinderungen, wie z.B. einem Wasserkopf. Burundi Bild4 09 11Viele Behinderte können Sich nur auf allen Vieren fortbewegen. Ein Rollstuhl gibt diesen Menschen wieder mehr Lebensqualität und Menschenwürde.Burundi Bild5 09 11Burundi Bild6 09 11Schwerbehinderte oder -kranke Menschen sind wund vom langen liegen. Hier hilft eine Dekubitusmatratze wundliegen zu vermeiden.Burundi Bild7 09 11Burundi Bild8 09 11Burundi Bild9 09 11Burundi Bild10 09 11Burundi Bild11 09 11Burundi Bild12 09 11Burundi Bild13 09 11Burundi Bild14 09 11Burundi Bild15 09 11Burundi Bild16 09 11Burundi Bild17 09 11Burundi Bild18 09 11Burundi Bild19 09 11Polnische kath. Schwestern betreiben in Buraniro ein Krankenhaus, eine Schneiderei und eine spartanisch ausgestatte Schreinerwerkstatt. Dankbar nahmen die Schwestern und die Mitarbeiter die – für alle drei Einrichtungen geeigneten – wertvollen Spenden entgegen.Schneiderei Burundi Bild1Herr Ludwig Bissinger aus Oftersheim spendete uns mehrere Kisten moderne Werkzeuge und Arbeitsgeräte von seiner Schreinerwerkstatt (siehe nachfolgende Bilder).Schreinerei Bild1 BurundiSchreinerei Bild2 BurundiSchreinerei Bild6 BurundiSchreinerei Bild7 Burundi

22.10.2011 | Behindertenhilfe in Ruanda

Ende September kam unser Koordinator für Behindertenhilfe in der sog. 3. Welt, Hans-Peter Dentler, aus Ruanda und Burundi zurück und dokumentierte in zwei großen Bildberichten seine Spenden-Verteilaktionen.  In einem Heim für geistig Schwerbehinderte traf er dieses zerschlissene Matratzenlager an.Ruanda Bild1 09 11Er kaufte mit Spendengeldern neue Matratzen.Ruanda Bild2 09 11Manchmal tuts ein Rollator um laufen zu lernen.Ruanda Bild3 09 11… oder sogar nur Krücken.Ruanda Bild4 09 11Ruanda Bild6 09 11Buggys entlasten die Mütter von geistig behinderten Kindern.Ruanda Bild7 09 11Rollstühle geben verkrüppelten Menschen die Menschenwürde zurück.Ruanda Bild8 09 11Ruanda Bild9 09 11Ruanda Bild10 09 11Ruanda Bild11 09 11… und sehbehinderten Menschen hilft oft eine gebrauchte Brille weiter.Ruanda Bild12 09 11Ruanda Bild13 09 11Ruanda Bild14 09 11Ruanda Bild15 09 11Ruanda Bild16 09 11Ruanda Bild17 09 11Ruanda Bild18 09 11Manche Menschen haben nur unzulängliche Hilfsmittel um sich fortzubewegen. Ein Rollstuhl hift ihnen aus dem Dreck.Ruanda Bild18a 09 11Ruanda Bild19 09 11Für die kalten Nächte sind die gestrickten Decken aus Philippsburg sehr begehrt.Ruanda Bild20 09 11Barfuß laufende Kinder erleiden oft Zehen- und Fuß-Verletzungen die unbehandelt bis zur totalen Gehbehinderung führen können. H-P. Dentler kaufte 760 Paar Badeschuhe um diesem Problem vorzubeugen.Ruanda Bild21 09 11

16.10.2011 | Vortrag über Afrika von Dr. Pflücke

Das Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Forst-Weiher lädt dazu herzlich ein – am Donnerstag, 20.10.2011, 19:30 Uhr, im kath. Pfarrzentrum, Egerstraße 6 in Forst. Teilnahmegebühr 3,- €.Bild Rolf Pfluecke
Dr. Rolf Pflücke, der ehemalige ZDF-Auslandskorrespondent und unser jetziger Afrika-Koordinator, erlebt den Teufelskreis des Hungers vor Ort – und schlimmer denn je zuvor. Kriminelle Marktspekulationen an der Getreidebörse von Chicago trieben die Preise um 70% in die Höhe. Die Folge: weitere 44 Millionen Menschen sind in Afrika vom Hungertod bedroht! Niemand versteht dort, warum das Leben über Nacht immer teurer wird. Und nun auch noch die drohende Missernte!
Die Regenzeit geht zu Ende, im Oktober wird in weiten Teilen Westafrikas die Hirse- und Maisernte eingebracht. Doch in Burkina Faso und den angrenzenden Sahel-Ländern sind die Bauern diesmal am verzweifeln. Zu wenig Regen, die Getreidespeicher sind leer. Mütter stöbern im Buschwerk der Savanne nach Pflanzen und Wurzeln, aus denen sie ihren Kindern einen Sud kochen können. Viele hungern bereits!
Der „Teufelskreis des Hungers“ in Afrika wird im Mittelpunkt des Abends stehen. Vor dem Hintergrund der Hungerkatastrophe in Ostafrika ist sein Thema von trauriger Aktualität und Brisanz. Dr. Pflücke wird auch diesmal wieder anhand drastischer Fotos zeigen, worum es geht. Und wie wir vom ‚Konvoi der Hoffnung‘ mit Ihren Spenden in der Savanne dazu beitragen, dem Hunger vorzubeugen, Frauen Einkommen zu schaffen, Werkstätten und Schulen zu bauen und den Menschen das Leben zu erleichtern.

Auch wir möchten dazu herzlich einladen!

01.10.2011 | Savanne – wenn der Hunger nagt

Die Natur spielt verrückt. Zum Höhepunkt der Regenzeit im August fällt kaum ein Tropfen vom Himmel. Die Mais- und Hirsefelder sehen erbärmlich aus. Bild1 Hunger 09 11
Viele Getreidespeicher sind leer und alle warten sehnsüchtig auf die neue Ernte. Doch die wird dieses Jahr spärlich sein.                                                                              Wir sind auf dem Weg zu Leonard Kaboré, dem Freund und Lehrer in Gonsé, der sich in all den Jahren uneigennützig für die Dorfbewohner eingesetzt hat. Auch sein Speicher ist leer. Mit dem Gehalt von 160 € muss die Familie auskommen.Bild2 Hunger 09 11
Unterwegs begegnen wir der alten Mariam, die eine schwere Last auf dem Kopf trägt; wilde Bohnen und Feuerholz, darüber ein Kraut, das sie zur Suppe kochen wird. Ich stelle mir vor, diese einfache Frau mal zu ALDI oder LIDL zu schleppen. Wie würde sie angesichts unseres Überflusses reagieren?
Die Witwe hat eine sechsköpfige Familie. Für Hirse oder Reis ist kein Geld da; also muss sie sich jeden Tag was Neues einfallen lassen.
An einem Teich stehen Kinder mit seltsamen grünen Knollen, die sie im Wasser watend geerntet haben. Sie verzehren sie roh, mit Heißhunger, ihr ‚Frühstück’ an diesem Tag. Not macht erfinderisch.Bild3 Hunger 09 11Bild4 Hunger 09 11
Kinder ernten ‚Lotus’-Knollen im See – Nénupharen.Bild5 Hunger 09 11
Ein paar Meilen tiefer in der Savanne fachen zwei Buben ein Feuerchen an; sie rösten drei Maiskolben, die sie halb grün in einem nahen Feld geklaut haben; Mundraub wird nicht bestraft. In Hungerzeiten muss jeder sehen, wie er satt wird.Bild6 Hunger 09 11
Leonards Familie erwartet uns in der Hütte; ich setze mich zu ihnen. Der behinderte Henry ist immer aufgeregt, wenn er uns sieht. Die drei Mädchen sind Klassenbeste und der fünfjährige Lothar kommt nächstes Jahr in die Schule. Es sind gut erzogene Kids. Und wäre nicht Henry so früh an Kinderlähmung erkrankt – die Kaborés hatten kein Geld, ihn zu pflegen –, das bescheidene Glück wäre vollkommen. Der Älteste ist körperlich und geistig behindert und wird für immer ein Pflegefall bleiben.            Bild7 Hunger 09 11
Leonard geht zum Hof, der kleine Hirsespeicher ist fast leer. Und für eine Aussaat blieb ihm dieses Jahr keine Zeit; denn er braucht dringend eine neue Bleibe. Die Gemeinde fordert das Haus zurück, das sie seit 10 Jahren bewohnen; im Oktober müssen sie raus.
Die Not der Kaborés fand in Deutschland ein Echo. Großherzige Freunde um Peter Herold spendeten, der ‚Konvoi der Hoffnung’ legte was drauf; den Rest zum neuen Haus trugen wir selber bei.
Hilfe für e i n e Familie? Das entspricht zwar nicht unseren Prinzipien; denn im Mittelpunkt sollte ja stets das Gemeinwohl stehen und „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Aber Leonard unterstützt den ‚Konvoi’ seit Jahren wo er kann. Er lädt zu Treffen ein, überwacht den Bau der Frauenwerkstatt, sorgt für die Alphabetisierungs- und Gewerbekurse und tut seine Pflicht als Lehrer und Gemeinderatsmitglied. Bild8 Hunger 09 11Baustelle im JuniBild9 Hunger 09 11
Drei Mio. Franc, rund 5000 Euro kostete der Bau am Ende. Ohne Strom und fließend Wasser, doch mit viel Schweiß erbaut. Leonard zeigt mir wortlos die Schwielen seiner Hände, froh, nun das eigene Dach über dem Kopf zu haben. Aber es fehlt noch so vieles: Moskitofenster, Küchenkram, ein Schattendach vor der Tür, die Schlafmatten für die Kinder.
Aber vielleicht findet sich ja jemand, der ein offenes Herz hat…

Dr. Rolf Pflücke – September 2011.

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