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Sechzig Frauen warten schon ungeduldig auf dem Dorfplatz, als der Herdtransporter anrollt. Der Harmattan (Wüstenwind) wirbelt soviel Staub auf, dass sich der Himmel vorübergehend gelb verfärbt.

Im Februar hatte der ‚Konvoi der Hoffnung’ drei Ortskräfte der GTZ eingeladen. Die sollten den Landfrauen zeigen, wie man mit Ökoherden sparsam kocht und die vorhandenen Nahrungsmittel wie Hirse, Mais und etliche Gemüsesorten vielfältig nützt.
Allein in Saaba hatten sie daraufhin 53 Eisenherde bestellt. Im Dorf Gonsé mit seinen 2800 Einwohnern war das Interesse noch größer: dort gingen sogar 270 Wünsche ein.
Energie sparen ist jetzt der Schlager in weiten Teilen Afrikas. Die Frauen wollen nicht mehr jeden Tag Holz in der Savanne suchen oder es von den Händlern teuer kaufen.
Da die meisten Kleinkinder zu versorgen haben wollen sie schnell und wirtschaftlich kochen. Das geht auf den eisernen Brennstellen viel besser, als auf den tausendjährigen drei Steinen.
Die Schmiede von Ouagadougou haben also viel zu tun. Mehr als 330 Herde sind jetzt für den KONVOI zu fertigen. Als ‚Roumdés’ ‚Lieblingsfrauen’, werden sie von der GTZ den Männern angepriesen – denn s i e müssen ja dem Kauf zustimmen, weil die Frauen kaum eigenes Geld haben. Die Werbespots im Radio und Fernsehen und Plakate an Strassen haben den kleinen Herd landesweit bekannt gemacht.
„Il n’y a pas son deux“ – so der Slogan – „Es gibt keinen wie ihn“.

Von der GTZ gefördert – Ökoherde
Die 53 Herde für Saaba werden nun angeliefert – die Stunde der Wahrheit. Denn jede Frau muss ein Drittel des Preises zahlen, der KONVOI trägt die anderen zwei Drittel.
Ein, zwei Euro pro Familie für einen kleineren Herd scheint wenig und ist doch für viele unerschwinglich. Im nahen Dorf Bantógdo erlebten wir 2009, dass nur die Hälfte der Frauen ihr bescheidenes Drittel zahlen konnten.
Hier in Saaba aber zeigen sie, wie man mit ‚Köpfchen’ zu etwas Geld kommt. Sie
sammeln Plastiktüten und verkaufen sie an einen Wasserabfüller (wir berichteten darüber).

Die einfache Grundschule von Saaba hat jetzt ein Magazin. Darin können Tische, Bänke, das Lehrmaterial und zwei große Ökoherde samt der Schulspeise (Hirse, Reis) sicher gelagert werden.
Der Nachschub an frischem Wasser läuft ebenfalls reibungslos. Der Wächter Edouard mit seinem neuen Eselsgespann wird sich künftig darum kümmern. 
Auf dem schattenlosen Dorfplatz scharen sich nun die Frauen um den Lastwagen mit den Herden. Eric von der GTZ hat eine Liste aller 53 Bestellungen und ruft nun die Namen auf. Viele haben gleich zwei Ökoherde bestellt, einen großen für das Hauptgericht – Hirsebrei, Reis oder Maispampe – und einen kleineren für die Beigaben und Soßen. Einige sind aus Neugier gekommen, andere hoffen, dass am Ende ein Herd für sie übrig bleibe, weil sie vergessen haben, rechtzeitig zu bestellen.
Am Ende sind alle 53 ‚Roumdés’ weg, verkauft wie warme Semmeln. Und was uns am meisten erstaunt: Die Frauen von Saaba haben alle ihr Drittel bezahlt.
108 000 CFA – rund 150 € – kommen so zusammen.
Und bei näherem Hinsehen entdecke ich, wo sie ihr Geld verstecken: nämlich dort, wo es kein Dieb je stehlen könnte: Im Knoten, der den Rock um die Hüfte hält. Eine nach der anderen öffnet dieses kleine Cachet und holt heimlich einen zerknitterten 1000-France-Schein heraus (1,50 Euro), ihren kleinen Schatz den sie sich mühsam erarbeitet (oder vom Mann bekommen) haben.

Eric, der Herdmann
Den KONVOI hat diese „Öko-Aktion“ samt dem vorangegangenen Unterricht im besseren Kochen rund 350 Euro gekostet. Den Frauen von Saaba aber öffnet sich eine neue Welt. Der Herd ist und war stets der weibliche Besitz und Status, ein Teil der Brautgabe. Ein Mann, der seine Gefährtin verstoßen will, tritt die drei Steine mit dem Kessel um.
Nun aber besinnen sich die Frauen auf Neues: 5000 Jahre Kochen auf Steinen gehen zu Ende. „Maintenant – nous modernes!“ sagt mir eine in holprigem
Französisch. „Jetzt sind wir modern!“ „Jetzt sind wir modern…“
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Auch im nahen Gonsé sollten 270 Herde verteilt werden. Doch die Schmiede in Ouagadougou kommen mit der Arbeit nicht nach. Wir mussten als die Verteilung auf April verschieben.
(Dr. Rolf Pflücke, 20.3.2010)
Wie geht es mit den anderen Hilfsprojekten zur Selbsthile im Bezirk Sougoubila voran?
Bei meinem heutigen Besuch in Bantógodo waren die Frauen trotz der Hitze und des unerträglichen Staubwindes am Weben. Die fünf neuen Webstühle sind angekommen. Nun mangelt es an bunten Fäden. Wir versprachen, für rote, gelbe und grüne Baumwollfäden zu sorgen, damit die Decken Farbe kriegen.
Lange Gesichter: Werkzeuge aber kein Material
Anders die Karité-Seifenherstellung. Zwar haben wir auch dort Nachschub beschafft, Geräte, Eimer, Formen. Doch die letzte Ernte war nicht üppig, die Nüsse sind längst verarbeitet. Nun heißt es, auf die nächste Saison warten, die im Oktober beginnt. Immerhin erweist sich das Handwerk als sehr einträglich; die Seife – gleich ob fest oder flüssig – findet guten Absatz auf den Märkten.

Die Seife-Siederinnen
Mit Francois Soulys Hilfe – dem Mann von Francoise, Chefin des Frauenvereins – sollte es gelingen, die Baupläne, Angebote und andere Unterlagen zu beschaffen. Bengo – eine Entwicklungshilfeorganisation in Bonn – muss uns bei der Finanzierung des Baus der neuen Oberschule helfen. Er lebt in Ouagadougou, ist einflussreich und sehr erfahren.
Bis Mai wollen wir eine weitere Augenarztkampagne auf die Beine stellen und der
Entbindungsstation ihr Solardach „aufsetzen“. Und zu Beginn der Regenzeit im Juni steht auch der Schulgarten an. Wir haben heute weiter im Norden (Kollo) eine von deutschen Gebern angelegte Muster-Pflanzung besucht. Dank kluger Bewässerung werden dort auf 5ha drei Gemüse-Enten im Jahr eingeholt.
Gerade in der Trockenzeit, wenn die Hirsespeicher leer sind, schaffen die fleißigen Frauen dort mit täglicher Arbeit ein kleines Wunder: Auberginen, Tomaten, Bohnen und Gurken, Zwiebeln und Karotten – man kann ihnen beim Wachsen förmlich zusehen. Ein Modell auch für unsere Dörfer?
(Dr. Rolf Pflücke – 22.3.2010)
Er hat lange Ohren, ein gutes Gebiss und – so einen sanften Blick. Kein fauler Esel, sondern ein richtiges Arbeitstier, das gewohnt ist, schwere Karren zu ziehen und seinen Herrn zum Markt zu tragen.
Wir sind an diesem glutheißen Morgen zum Eselsmarkt von Saaba unterwegs, um dem armen Edouard und seiner kinderreichen Familie ein Lasttier zu kaufen. Dass es ‚Rainer’ heißen würde stand fest. Unterwegs steigt der zahnlose alte Adama zu, der als Esel-Kenner gilt und uns beraten soll.


Münchner Freunde hatten auf ihrer Weihnachts-Tombola einen ordentlichen Batzen Geld gesammelt. Sie spendeten es für arme Leute in Burkina Faso, einem der rückständigsten Länder der Erde. Einzige Bedingung: für Esel sollte es sein.
Wir vom KONVOI sind ja einiges gewöhnt, doch diese Eselei’ strapazierte unsere
Intelligenz. Was tun? Klar: Jeder möchte hier so ein Tier haben, kleine Lastfahrten
bringen bares Geld; man ist plötzlich ‚wer’ und nicht nur ein armer Schlucker.
Es ist, als würde einem daheim ein Lkw geschenkt. Doch: auch ein Esel braucht „Wartung“, einen Unterstand, Wasser und Futter.
Nach langem Suchen fiel die Wahl auf den Wächter Edouard. Er würde das Tier nützen und pflegen und gewiss nicht töten und verspeisen.
Nachtwächter Edouard und sein Rainer
Der Markt ist an diesem Morgen nicht sonderlich belebt. Doch dass ein ‚Nazara’, eine Weißnase, auftaucht und einen Esel kauft kommt nicht alle Tage vor. Und so schart sich ein kleines Völkchen um uns.
Der alte Adama prüft jedes Tier mit Kennerblick, schaut ins Maul, zählt die Zähne und schlägt mit einem Stock auf den Hintern, mal sehen, wie duldsam es ist. „Der da!“ Ausgerechnet ein weißer Esel, ein ‚Albino’, hat es dem Alten angetan. Da hier alle Moré sprechen, keiner französisch, habe ich den Lehrer Bussuga dabei:
„85 000 Francs will der Kerl!“ Rund 130 €. Wir einigen uns schließlich auf 75.000.
Nun muss der Esel noch ‚getauft’ werden; dank einer Schiefertafel und Kreide, die der Lehrer dabei hat, bekommt er seinen neuen Namen.
Die Umstehenden mögen uns für irre halten. Einer fragt mich in schlechtem Französisch, was ‚Rainer’ bedeute: Ich sage: „Esel“, das überzeugt ihn.
Nun fehlt noch ein passender Karren. Der Lehrer führt uns zum Schmied, der solide zweirädrige für rund 200 € verkauft, mit aufblasbaren Reifen. Edouard strahlt übers ganze Gesicht, als er mit seinem Einspänner schließlich nach Hause fährt.
Doch eines musste er versprechen: Als Gegenleistung wird er seinen ‚Rainer’ einen Tag in der Woche für die Dorfgemeinschaft einspannen: Wasser für die Schulkinder holen, Sand und Ziegel für den Bau des neuen Magazins und – er muss den öffentlichen Müll abfahren.
In vier weiteren Dörfern sind schon Kandidaten ausgemacht, die dank der Großherzigkeit der Münchner Freunde bald Esel + Karren haben werden. Zwei in Bantógdo, einer in Gonsé und drei im Großdorf Kollo. Die restlichen zwölf finden sich später, wenn die Feldarbeit beginnt. Hier sind (vierbeinige) Esel ‚Boten des Fortschritts’.
SAABA, GONSÉ, BANTÓGDO – wie es weitergeht
Die Frauen von Saaba hatten nach den Koch-Lektionen im Februar 53 Öko-Herde
bestellt. Im Dorf Gonsé mit seinen 2800 Einwohnern war das Interesse noch größer:
dort gingen sogar 270 Order ein. Energie sparen ist plötzlich der Schlager in der Savanne. Weil man nicht jeden Tag Holz suchen muss und weil das Kochen auf eisernen Brennstellen schneller geht.

Die Herdschmiede von Ouagadougou haben also viel zu tun. Mehr als 330 Stück sind zu fertigen – ‚Roumdés’ – ‚Lieblingsfrauen’, so werden sie im Volksmund gepriesen. Das Gewerbe blüht.
Die Herde werden in den nächsten Tagen in die Dörfer geliefert – die Stunde der Wahrheit. Denn jede Frau muss ein Drittel des Preises zahlen, der KONVOI trägt die übrigen zwei Drittel.

Von der GTZ gefördert: ‚Roumdés’
Zwei Euro pro Familie für einen mittleren Herd scheint nicht viel und doch überfordert es viele.

Die dürftige Schule von Saaba kriegt jetzt ein Magazin. Maurer Yameogo will den Bau bis Ende März schlüsselfertig haben. Dann können Schulmöbel und Lehrmaterial sicher gelagert werden.
Die tägliche Versorgung mit frischem Wasser läuft jetzt reibungslos. Und wenn erst der Wächter Edouard seinen Esel ‚eingelernt’ hat (s.o.) wird er für den Nachschub sorgen.
Die Frauen hatten auf eigene Faust mit einer nahen Firma verhandelt, die Wasser in Plastiktüten abfüllt. Sie sammeln nun leeren Tüten entlang der Strassen, reinigen sie, waschen sie aus und bringen sie in Säcken zurück. Für je 10 Kilo bekommen sie vier Euro, ein gutes Taschengeld, vor allem jetzt während der Trockenzeit. Wir unterstützen sie.


Alle lechzen nach Wasser
Neben der Schule wohnt die Leiterin des Frauenvereins Mme. Adjara mit ihrer Familie.Ihr Mann hat vor einer Woche den Oberschenkel gebrochen. Er liegt still und im Schatten vor der Hütte und zeigt auf sein Bein:
E s i s t m it Holzpflöcken geschient und d i c k an geschwollen. Ob man so nicht auchh Verwundete im Dreißigjährigen Krieg v e r a r z t e t hat – ojeh! Afrika 2010.
Auf meine Frage, wer ihm das so ‚eingerichtet habe, sagt er: „Der Marabú“.
Nach der Begleichung der rückständigen Schulgebühren – Eltern schickten ihre Kinder mangels Geld nicht mehr zum Unterricht – und der Übergabe des Magazins werden wir dort zwei große Ökoherde aufstellen – für die Schulspeise, samt passenden Kesseln.
Und später im Jahr, nach Aussaat und Ernte, sollten auch die Frauen von Saaba ihre Alphabetisierung bekommen. In Gonsé und Bantógdo gehen die vom KONVOI gebotenen Kurse, parallel zum Tuchweben und Karitéseife-Kochen erfolgreich weiter.
(Dr. Rolf Pflücke, 12.3.2010)
Die heutige Sammelaktion war leider nur Mittelmaß: Etwa 600 Kartons Textilien, 9 Fahrräder, 3 Kinderwagen, 3 Kinderbetten und viele andere, brauchbare Sachen. Dazu kamen 882,65 Euro für Transportkosten und 910 Euro zweckgebunden für unsere laufenden Hilfsaktionen in Afrika zusammen. Zusammen mit dem Transportkostenzuschuss der Landesstifung Baden-Württemberg können wir den Lastzug nach Osteuropa bezahlen.
Herzlichen Dank allen Spendern!
Zwischen den Sammelaktionen bekommen wir dankenswerter Weise jetzt vermehrt Großspenden der Industrie und auch von Privatleuten. Damit und mit dem Sammelergebnis von heute, können wir wieder einen kompletten Lastzug füllen und dieses Mal ins Komitat Tolnau (Donauschwaben) nach Ungarn bringen, wo eine Arbeitslosigkeit von über 30% herrscht.
Unser Osteuropa-Koordinator, Bernhard Schilling, wird die Sachen nach Ostern selbst an bedürftige Menschen und Familien in drei Dörfern verteilen.
Im Anhang einige Impressionen der heutigen Sammelaktion: Die ankommenden Sachspenden müssen von unseren freiwilligen Mitarbeiter/-innen entgegengenommen, sortiert und teilweise neu verpackt werden (auch in 23 Wasserfässer, die dort zur Gartenbewässerung verwendet werden). Auch ihnen allen ein herzliches Dankeschön!

v.l.n.r. Barbara Eicher, Renate Hille, Claudia Romstein.

v.l.n.r. Emma Albert, Nicole Blüm, Jasmin Hoffmann.

v.l.n.r. Manfred Rölleke, Jürgen Jurkowitz, halb verdeckt Dieter Kling, Alois Bräutigam.

Ganz rechts: Osteuropa-Koordinator Bernhard Schilling, in der Bildmitte seine Frau, Renate Hille.

v.l.n.r. Dieter Notheisen, Manfred Rölleke, Alois Bräutigam.

v.l.n.r. Die beiden Verantwortilichen des Recyclinghofes, mit denen wir eine sehr gute Zusammenarbeit pflegen, wofür wir uns herzlich bedanken möchten. Rechts: Unser Freund Stéphane Noraogo Souli aus Burkina Faso/Afrika.

Im Bild-Hindergrund: Judith Jungkind, die sich als Arzthelferin mit Medikamenten auskennt und diese sortiert und neu verpackt.

In seinem Weihnachtsurlaub zu Hause in Bantougdo (Burkina Faso) hat unser Freund Stéphane Souli die Alphabetisierung und Berufsausbildung von 40 Frauen in seiner Heimat begleitet. Hier ist sein Bericht:
Burkina Faso hat die typischen Eigenschaften eines Landes mit niedriger Einschulungsrate (59,9% im Jahre 2008 darunter nur 55,6% für Mädchen). Die Abschlussrate bleibt sehr schwach (40,7%, darunter nur 36,3% für die Mädchen). (Auskunftsquelle, „statistisches Jahrbuch 2007-2008“, von der DEP des MEBA). Bei den Erwachsenen sind in Burkina Faso nach wie vor rund 70% Analphabeten. Dafür gibt es viele Gründe, der Hauptgrund aber ist die große Armut des Landes und das extreme Elend der Bevölkerung. Davon sind besonders die Frauen betroffen, deren erstes Anliegen darin besteht, täglich das überleben der Familie zu sichern. Unregelmäßige Mahlzeiten und Krankheien führen zu hoher Abwesenheit oder Lernabbruch. Fehlende Schulmittel sind ebenfalls für schlechte schulische Leistungen der Kinder verantwortlich.
Vor dieser traurigen Wirklichkeit hat sich der Frauenverein Association Liaison des Femmes Nong Taaba (ALFNB) von Bantougdo, mit Hilfe vom Konvoi der Hoffnung e.V. die Verstärkung der Kapazitäten der Frau auf dem Land zu ihrem Leitthema gemacht. Ein Hauptziel dieses unpolitischen Frauenvereins besteht darin, die unumgängliche Rolle bei der Erziehung ihrer Kinder zu stärken, indem man ihr die Möglichkeit gibt, selbst die notwendigen Sach- und Finanzenmittel zu erwerben, um eine gesunde und qualitative Erziehung ihrer Kinder zu ermöglichen und zu vereinfachen. In diesem Sinn also sind mehrere kleine einkommenserzeugende Aktivitäten für die Landfrauen von Bantougdo eingeleitet worden (mit Bantougdo als Pilotdorf der Provinz Sourgobila). Die monatlichen Beiträge der Mitglieder schafft die Möglichkeit den bedürftigsten Frauen kleine Kredite zu gewähren. Dies wird durch gemeinsame Veranstaltungen, wie Kulturtage und Kirmes, aber auch durch Getreideernte und den Verkauf von Gewürzen unterstützt. Die guten Ergebnisse, dieser bereits seit längerem laufenden Aktionen sind sehr überzeugend, da es vielen Frauen gelingt, an jedem Schulbeginn die Beiträge der Schulkosten für ihre Kinder zu zahlen und auch das geforderte Getreide, für die Schülerspeisung zu erbringen. Die Hygiene und die Gesundheit der Kinder haben sich stark verbessert, weil die Mütter es jetzt schaffen, auch Seife zu kaufen. Satte Kinder lernen auch besser als hungrige. So hat der Konvoi der Hoffnung e.V. es verstanden, in Bantougdo nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dieses Projekt hat nur 2904,35 € gekostet.
Um diesen Landfrauen nun eine noch aktivere Roll bei der Erziehung ihrer Kinder zu ermöglichen, hat der Konvoi der Hoffnung e.V. mit 2.904,35 Euro folgende Ausbildungsprojekte für die Frauen selbst finanziert:
Die Ausbildung von 40 Frauen in der Weberei von Baumwolle und Baumwollstoffen (Burkina Faso ist ein großer Baumwollerzeuger, der lokale Markt ist sehr wichtig).







Die Herstellung von Seife aus den Früchten der Karité-Bäume (der Kauf von industrieller Produktion ist meist unerschwinglich für die Mehrzahl der Haushalte).


Damit die Frauen die notwendigen Kompetenzen bekommt, um ihre Produktion zu verwalten und zu vermarkten wird diese Bildungssitzung parallel mit einer Bildung in funktioneller Alphabetisierung „Alphabetisierung im Arbeitsmilieu (AMT)“ geführt.
Dabei fungieren lokale Lehrerinnen aus der Hauptstadt Ougadougou auch als Verbindungsglieder und pflegen den Geist der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Erfahrungsaustausches zwischen den Frauen der Stadt und jenen des Dorfes.
Die praktische Bildung in Weben und Seifensiederei hat zwei Wochen gedauert. Die erste Woche für die theoretische Lehre. In der zweiten Woche musste das Gelernte in der Praxis erarbeitet werden. In kleineren Gruppen konnten dann die Landfrauen in die Produktion der Seife und das Weben einsteigen.
Die Alphabetisierung, die während der gesamten Trockenzeit durchgeführt wird, wird durch eine schriftliche und mündliche Bewertung der Frauen im März 2010 abgeschlossen. Sie können dann lesen und schreiben und sind in der Lage, die funktionelle Umschrift vom Französischen ins lokale Mooré zu übersetzen. In Anbetracht der Tatsache, dass während des Tages die Lernenden sowie ihre Ausbilderinnen nicht nach Hause zurückkehren können, wird zur Mittagszeit eine gemeinsame Mahlzeit eingenommen. 
Frau Koama Francoise (Bild unten), die Präfektin des Bezirks, hat der Hilfsorganisation „Konvoi der Hoffnung e.V.“ ihre tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht und hofft nun, dass diese Hilfe weiter gehen kann. 

Auch der Bürgermeister der Provinz Sourgoubila (M. Kaboré) hat sich in seiner Ansprache herzlich bedankt. Er hat die Frauen gebeten, zusammen zu bleiben, um neue Siege gegen die Armut zu gewinnen.
(Noraogo Stéphane Souli – Jan. 2010).
Wo ist nur ein Schatten! Die Sonne glüht schon morgens um neun; das kleine Savannendorf Saaba ist wie ausgestorben. Zwei Männer schippen nassen roten Lehm in Formen und backen luftgetrocknete Ziegelsteine: Von jener Sorte, die dann beim zehnten Dauerregen ganze Strassen zum Einsturz bringt. Denn die – nur in der Sonne getrockneten – Ziegel lösen sich in der Nässe auf. Wie im September 2009, als ein zehnstündiger Wolkenbruch in der Hauptstadt Ouagadougou und den Nachbarorten 150.000 Menschen obdachlos machte.
An diesem Morgen planen wir in Saaba eine Ökoherd-Aktion; eine Art Road-Show, veranstaltet von drei ‚Animateuren’ der GTZ. Kaum sind wir da, kommt Leben ins
Dorf:
Die Kinder stürzen lärmend aus der Schule, die ‚Nazaras’ sind da, die Weißen! Die Lehrerin kann sie nicht bremsen. Zuletzt hatten wir aus Mitteln des KONVOIs drei Dutzend der ärmsten Kinder die Schulkosten bezahlt (rund 1000 €) und zwanzig weiteren zur Einschulung verholfen. Jetzt soll ein Anbau Platz für eine Schulküche und zwei große Ökoherde schaffen. Ein paar Frauen haben sich bereit erklärt, den weit zu Fuß kommenden Kindern mittags was zu kochen. 
Zwischenzeugnis: ‚Betragen 3’
Endlich Geld für die zwei Lehrer (li. Prosper Nikiema)
Der Journalist und Lehrer Prosper Nikiema hat die Dorfschule in eigener Initiative gebaut, weil der Staat in Saaba nichts tat. Aber die meisten Familien sind zu arm, das Geld (30 €/ Jahr) für die Schule zu bezahlen. Und für Lehrmaterial, Essen oder gar Schuluniformen reicht es schon gar nicht.
Doch die Kinder sind ehrgeizig, wollen unbedingt lernen. So wie ihre Mütter, für deren Abendkurse und Alphabetisierung wir das Solardach auf einen Klassenraum setzten. Mit großem Ehrgeiz holen die Frauen nun nach, was ihnen als Mädchen verwehrt war: Lesen und schreiben. 
Beschaffen von Ökoherden
Und wir nützen die Gelegenheit, ihnen mit Unterstützung der GTZ Ouagadougou eine Schulung im Energiesparen zu geben. Denn da sie alle noch wie vor 5000 Jahren auf drei Steinen kochen wird viel Feuerholz verpufft und die Savanne unaufhörlich weiter abgeholzt. Sie lernen nun, wie man ökologisch und sparsam kocht – und dabei noch Zeit und Geld spart für die Familie.
Die meisten Frauen sind zuerst skeptisch: Womit die neuen Herde denn bezahlen?
Animateurin Leocadit T. GTZ, Eschborn
Doch als wir ihnen unser Prinzip erläutern–der KONVOI zahlt zwei Drittel, die Frauen eines – sind sie dabei. Für ein, zwei Euro kriegen sie nun einen ‚Roumdé’ (in Moré = die ‚Lieblingsfrau’).
Die beiden ‚Animateurinnen’ der GTZ machen gute Arbeit. Verbinden die Herdshow mit der Zubereitung eines Essens, einer kräftigen Fleischsuppe, Maisknödeln mit Soße und einem vitaminreichen Karottensalat. Ein zweifacher Lerngewinn für die Frauen, die sonst immer nur Hirsebrei kochen.
Am Ende bestellen die 38 Frauen zusammen – 104 Herde! Wir sind sprachlos und müssen nun erst einmal prüfen, ob sie die Doppel- und Dreifachbestellungen für Verwandte machten (okay!) – oder irgendein Nebengeschäft damit planen. Denn gewitzt sind sie, die Damen!
Wie auch immer: jeder Energiesparherd kommt der Savanne zugute. Und mehr als 350 € wird die Aktion den KONVOI nicht kosten. Wenn dann künftig (hopefully!) ein ganzes Dorf umweltfreundlich kocht!
Zum Ausdruck unserer Freude schenken wir dem Frauenverein am Ende einen großen Herd samt passendem Kessel für die Schule; damit die Kinder (s.o.) ihr tägliches Essen bekommen.
Die Leute von der GTZ haben noch eine weitere Idee: Saaba ist ein Dorf der ‚forgerons’ – der Schmiede und Schlosser. Also könnte man vor Ort ein, zwei talentierte Burschen zur Herdschmieden ausbilden, die dann selber für Nachschub und Reparaturen sorgen. Und sie würden dann auch unsere Solaranlage warten, den ganzen Stolz des kleinen Ortes.

Passé: Kochen auf drei Steinen
Als nächstes bekommt Saaba einen Esel samt Eisenkarren: Mit 30 weiteren Gespannen von einer Münchner Gruppe im DAS gestiftet – aus dem Erlös ihrer Weihnachts-Auktion. Der Sprecher des örtlichen Elternvereins will für Stall und Futter sorgen. Und ein Bursche soll damit künftig das Wasser für die Schule und Baumaterial für das Magazin ankarren. 
Solarstrom für die Schule
Auch für die nötigen Fahrten zu und von den Märkten der Stadt ist nun gesorgt. Schon e i n Eselsgespann erleichtert den Leuten das mühsame tägliche Leben.
Gemäß unserem Leitspruch: Viele kleine Schritte führen weiter, als einSprung in die falsche Richtung.
(Dr. Rolf Pflücke – Februar 2010)
Anfang Februar ist Hans-Peter Dentler mit seiner Partnerin Elisabeth Kessler von einer 4-wöchigen Verteilaktion aus Sri Lanka zurückgekehrt. Es war die insgesamt 28. große Hilfsmittellieferung in die 3. Welt in 10 Jahren.Dabei wurden direkt an behinderte Menschen 175 Rollstühle (darunter auch viele Spezialanfertigungen), 50 Toilettenstühle, 50 Gehhilfen, 60 Paar Krücken, 8 Vierfußkrücken, 56 Dekubitusmatratzen, 5 Bein-/Armprothesen, 5 Kinderwagen, 2 Behinderten-Räder übergeben. Außerdem fanden 600 Brillen, 4 Nähmaschinen, 1 Heimtrainer sowie 10 Kartons Spielzeug reißenden Absatz.
Der Container wurde direkt an das Krankenhaus angebaut und mit einem Dach versehen.
Die Arbeiter beim Innenausbau des neuen Schulungsraumes.
Die Eröffnungsfeier des neuen Schulungsraumes.
Der 40-Fuß Container wurde dem Ragama Rheumatology and Rehabilitation Hospital gespendet wo er umgebaut und in eine Halle integriert wurde, so dass ein neuer Schulungsraum von 100 qm entstand (siehe Bilder oben). Die Gesamtkosten von 6.270 Euro (inkl.Kauf-Container) wurden aus Spendengeldern finanziert. Herzlichen Dank allen Spendern: 3.333 Euro von der Walter-Eucken Schule, Karlsruhe, 1.200 Euro von Fam.Wittmann, Aspach-Bäumenheim, 1.200 Euro Kath.Frauengemeinschaft St. Theodard, Wörth, 1.000 Euro Herrn Mittner, Fa. SMI, Mühlenbach, 630 Euro Konvoi der Hoffnung, Oberhausen-Rheinhausen, 738,61 Euro von verschiedenen Spendern. Herzlichen Dank auch allen Firmen für die Spende von Hilfsmitteln und allen ehrenamtlichen Mitarbeitern aus Karlsruhe (und Umgebung) und Oberhausen-Rheinhausen und allen, die zum guten Gelingen dieser Hilfsaktion beigetragen haben.
Hans-Peter Dentler hatte seine Verteilaktion dieses Mal auch ins – noch vor kurzem – umkämpfte Tamilengebiet ausgedehnt. Dort müssen jetzt viele Menschen mit den Folgen des Jahre langen Bürgerkrieges nicht nur mit der großen Armut sondern auch mit allerlei Krankheiten, Verletzungen und Glieder-Aputationen fertig werden. Gerade sie brauchen die Hilfsmittel am nötigsten weil der Staat sich darum nicht kümmert.
Mit folgenden Krankenhäusern und Instutionen hat er seine Arbeit koordiniert:
Rheumatology and Rehabilitation Hospital Ragama, The National Hospital Colombo 10, Lady Ridgeway Hospital for Children in Colombo 08, General Hospital Vavuniya, District General Hospital Mannar, Teaching Hospital Anuradhapura, District Hospital Anamaduwa, Base Hospital Horana, Base Hospital Galgamuwa, Teaching Hospital Kurunegala, Colombo Friend in Need Societyin Colombo 02, Camilla School Mattegoda, Caritas Special Education Centre Meth Mihira in Koralawella-Moratuwa, Marcsri Saranaseva Nivahana in Katukurunda-Kalutara, Missionaries of Charity (Mutter Theresa) in Moratuwa, State Home for the Elders „Saliyapura“ in Anuradhapura, Home for Elders in Galgamuwa, Home for Elders „Sanhidama Piya“ Savona in Anumaduwa, Devid Jayasundara, Elders Home, Gorakapola, Keselwatha, St. Matthias Church, 155, Angulana Station Road, Laxapathiya, Moratuwa.
Nachfolgend noch einige von über 200 Fotos der direkten Behindertenhilfe. Die meisten der Bilder sind selbsterklärend und zeugen von der großen Not der Menschen in Sri Lanka.
Behinderten-Betten bekamen einen neuen Anstrich.
Die Menschen freuen sich über die neu gewonnene Mobilität und Lebensqualität.









Aussuchen der passenden Brille.
Rollstuhl mit Schreibtisch.