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Das Bildungswerk der Seelsorgeeinheit Forst-Weiher lädt dazu herzlich ein – am Donnerstag, 20.10.2011, 19:30 Uhr, im kath. Pfarrzentrum, Egerstraße 6 in Forst. Teilnahmegebühr 3,- €.
Dr. Rolf Pflücke, der ehemalige ZDF-Auslandskorrespondent und unser jetziger Afrika-Koordinator, erlebt den Teufelskreis des Hungers vor Ort – und schlimmer denn je zuvor. Kriminelle Marktspekulationen an der Getreidebörse von Chicago trieben die Preise um 70% in die Höhe. Die Folge: weitere 44 Millionen Menschen sind in Afrika vom Hungertod bedroht! Niemand versteht dort, warum das Leben über Nacht immer teurer wird. Und nun auch noch die drohende Missernte!
Die Regenzeit geht zu Ende, im Oktober wird in weiten Teilen Westafrikas die Hirse- und Maisernte eingebracht. Doch in Burkina Faso und den angrenzenden Sahel-Ländern sind die Bauern diesmal am verzweifeln. Zu wenig Regen, die Getreidespeicher sind leer. Mütter stöbern im Buschwerk der Savanne nach Pflanzen und Wurzeln, aus denen sie ihren Kindern einen Sud kochen können. Viele hungern bereits!
Der „Teufelskreis des Hungers“ in Afrika wird im Mittelpunkt des Abends stehen. Vor dem Hintergrund der Hungerkatastrophe in Ostafrika ist sein Thema von trauriger Aktualität und Brisanz. Dr. Pflücke wird auch diesmal wieder anhand drastischer Fotos zeigen, worum es geht. Und wie wir vom ‚Konvoi der Hoffnung‘ mit Ihren Spenden in der Savanne dazu beitragen, dem Hunger vorzubeugen, Frauen Einkommen zu schaffen, Werkstätten und Schulen zu bauen und den Menschen das Leben zu erleichtern.
Auch wir möchten dazu herzlich einladen!
Die Natur spielt verrückt. Zum Höhepunkt der Regenzeit im August fällt kaum ein Tropfen vom Himmel. Die Mais- und Hirsefelder sehen erbärmlich aus. 
Viele Getreidespeicher sind leer und alle warten sehnsüchtig auf die neue Ernte. Doch die wird dieses Jahr spärlich sein. Wir sind auf dem Weg zu Leonard Kaboré, dem Freund und Lehrer in Gonsé, der sich in all den Jahren uneigennützig für die Dorfbewohner eingesetzt hat. Auch sein Speicher ist leer. Mit dem Gehalt von 160 € muss die Familie auskommen.
Unterwegs begegnen wir der alten Mariam, die eine schwere Last auf dem Kopf trägt; wilde Bohnen und Feuerholz, darüber ein Kraut, das sie zur Suppe kochen wird. Ich stelle mir vor, diese einfache Frau mal zu ALDI oder LIDL zu schleppen. Wie würde sie angesichts unseres Überflusses reagieren?
Die Witwe hat eine sechsköpfige Familie. Für Hirse oder Reis ist kein Geld da; also muss sie sich jeden Tag was Neues einfallen lassen.
An einem Teich stehen Kinder mit seltsamen grünen Knollen, die sie im Wasser watend geerntet haben. Sie verzehren sie roh, mit Heißhunger, ihr ‚Frühstück’ an diesem Tag. Not macht erfinderisch.

Kinder ernten ‚Lotus’-Knollen im See – Nénupharen.
Ein paar Meilen tiefer in der Savanne fachen zwei Buben ein Feuerchen an; sie rösten drei Maiskolben, die sie halb grün in einem nahen Feld geklaut haben; Mundraub wird nicht bestraft. In Hungerzeiten muss jeder sehen, wie er satt wird.
Leonards Familie erwartet uns in der Hütte; ich setze mich zu ihnen. Der behinderte Henry ist immer aufgeregt, wenn er uns sieht. Die drei Mädchen sind Klassenbeste und der fünfjährige Lothar kommt nächstes Jahr in die Schule. Es sind gut erzogene Kids. Und wäre nicht Henry so früh an Kinderlähmung erkrankt – die Kaborés hatten kein Geld, ihn zu pflegen –, das bescheidene Glück wäre vollkommen. Der Älteste ist körperlich und geistig behindert und wird für immer ein Pflegefall bleiben. 
Leonard geht zum Hof, der kleine Hirsespeicher ist fast leer. Und für eine Aussaat blieb ihm dieses Jahr keine Zeit; denn er braucht dringend eine neue Bleibe. Die Gemeinde fordert das Haus zurück, das sie seit 10 Jahren bewohnen; im Oktober müssen sie raus.
Die Not der Kaborés fand in Deutschland ein Echo. Großherzige Freunde um Peter Herold spendeten, der ‚Konvoi der Hoffnung’ legte was drauf; den Rest zum neuen Haus trugen wir selber bei.
Hilfe für e i n e Familie? Das entspricht zwar nicht unseren Prinzipien; denn im Mittelpunkt sollte ja stets das Gemeinwohl stehen und „Hilfe zur Selbsthilfe“.
Aber Leonard unterstützt den ‚Konvoi’ seit Jahren wo er kann. Er lädt zu Treffen ein, überwacht den Bau der Frauenwerkstatt, sorgt für die Alphabetisierungs- und Gewerbekurse und tut seine Pflicht als Lehrer und Gemeinderatsmitglied.
Baustelle im Juni
Drei Mio. Franc, rund 5000 Euro kostete der Bau am Ende. Ohne Strom und fließend Wasser, doch mit viel Schweiß erbaut. Leonard zeigt mir wortlos die Schwielen seiner Hände, froh, nun das eigene Dach über dem Kopf zu haben. Aber es fehlt noch so vieles: Moskitofenster, Küchenkram, ein Schattendach vor der Tür, die Schlafmatten für die Kinder.
Aber vielleicht findet sich ja jemand, der ein offenes Herz hat…
Dr. Rolf Pflücke – September 2011.
Im Oktober beginnt das neue Schuljahr und in Bantogodo sind wieder weit über hundert Neuschüler angemeldet. Immer mehr Eltern und vor allem die Mütter in Burkina Faso begreifen, dass die Schule die beste Lebensgarantie für ihre Kinder ist, die Chance, dem Hunger und der Armut zu entgehen.
Im Bild Dr. Pflücke inmitten der Grundschüler. Im Hintergrund die Grundschule und unser großer Schiffscontainer von 2008, der als Lager dient. Zwei große Schulgebäude gibt es schon im Ort. Mit dem ‚Konvoi der Hoffnung‘ haben wir ja 2009 die alte Dorfschule umgebaut. Seither hat sie als Collège gedient. Doch inzwischen wird sie für den Ansturm der Erstklässler benötigt. Wohin mit all den Anderen, die nach der sechsten Klasse weitermachen wollen? Sie in die entfernte Stadt schicken? Keine Familie hat dafür das Geld. So beschloss der Konvoi, Mittel des BMZ für eine neue, weiterführende Schule zu beantragen. Genauer: von dessen Außenstelle für private Projekte, BENGO.
Mit unermüdlichem Fleiß trug Konvoi-Vize Manfred Rölleke die Baupläne, Kosten und Projektdetails zusammen. Stéphane Souli, unser Burkinabé, Apotheker aus Pforzheim, beschaffte die Unterlagen aus Bantogodo.
Projektträger vor Ort ist der Frauenverein ALFNB, der sich verpflichtete, vor Ort nach dem Motto ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ 12.000 Arbeitsstunden zu leisten. Die verbleibenden Baukosten von rund 45.000 € teilen sich der Konvoi und BENGO im Verhältnis 25/75. Ein Gebäude mit drei Klassen soll es werden, ebenerdig und mit umlaufender Veranda. Eine erfahrene Baufirma aus Ouagadougou bekam den Zuschlag.


Den Bauarbeitern macht es Spaß, all den Frauen bei der Arbeit zuzusehen. Einer trägt das zum Tag passende T-Shirt: „Ich bin dabei!“
Freund Stéphane hat sich für sechs Wochen von Pforzheim verabschiedet, um die Schule in seinem Heimatdorf mit aus dem Boden zu heben.
Was musste er alles besorgen: Das Gelände, seine Erschließung, die Papiere der Gemeinde, Katasterauszüge, Satzung des Frauenvereins. Das OK des Ministeriums in Ouagadougou nicht vergessen.
Ich beantrage selber einen Termin beim Minister. Nach Wochen die Antwort: Dienstag 16 Uhr. Dann hocke ich im Vorzimmer zwischen anderen Bittstellern. 17 Uhr. Ob das noch was wird? Ein Gewitter, Stromausfälle in der ganzen Stadt; es geht kein Licht, kein Fahrstuhl, kein Ventilator. Gegen 18.30 Uhr ist der Minister bereit.
Ich will ihm eine Freude machen mit unseren Schulprojekten, den Werkstätten und Alphabetisierungskursen in der Savanne. Doch er hat ganz andere Gedanken. Sein Bruder lebe in Deutschland; ob ich dem Grüße übermitteln könne?
„Auf Wiedersehen!“ Er drückt mir seine Visitenkarte in die Hand und bringt mich zur Tür. Früher habe er einmal Deutsch gelernt, viel sei nicht übrig geblieben. „Rufen Sie an, wenn Problem..!“ Er verspricht mir immerhin, zur Einweihung der neuen Mittelschule zu kommen.
In Bantógodo gehen die Arbeiten derweil zügig voran; Ende April 2012 soll das Gebäude stehen.
So soll die Schule mal aussehen. Zweihundert Realschüler haben darin Platz. Das Ministerium wird die nötigen Lehrkräfte stellen.
Beim ‚Konvoi der Hoffnung‘ aber denkt man schon an die nächsten Schulprojekte.
Viele Dörfer in der Savanne warten darauf.
Dr. Rolf Pflücke, September 2011
Trotz – oder gerade wegen der – Regenzeit wurde der Bau der Mittelschule in Bantougdo (Burkina Faso) begonnen. Unser Freund, Stéphane Souli (der im nahen Pforzheim lebt), ist vorige Woche Nachhause geflogen, um die Arbeiten, und vor allem die ordnungsgemäße Abrechnung zu koordinieren.
Dieses Projekt werden wir in Zusammenarbeit mit dem BMZ (Bundesministerium für Entwicklungs-Zusammenarbeit), das 3/4 der Projektkosten bezahlt und dem Frauenverein ALFNB mit der einheimischen Bevölkerung, die 12.000 Arbeitsstunden ohne Vergütung leisten muss, im Frühjahr nächsten Jahres abschließen.
In Burkina Faso weiß man, dass nur eine gute Schul- und Berufsausbildung den Teufelskreis von Hunger und Armut in dem 5-ärmsten Land der Welt durchbrechen kann. Nur so ist Fortschritt und Entwicklung möglich und kann den Unbillen der Natur durch intelligente Problemlösungen entgegengewirkt werden. Dies schafft auch die Möglichkeit in diesen unterprivilegierten Landstrichen der Welt, ein liebenswertes „Zuhause“ aufzubauen und die Landflucht Richtung Norden und Europa zu beenden. Deshalb bitten wir alle verantwortlich denkenden Menschen bei uns um ihre Unterstützung!
Nachfolgend der erste Bericht von Stéphane Souli über den Baufortschritt. Der Baubeginn während der Regenzeit hat den Vorteil, dass genügend Wasser vorhanden ist, um betonieren zu können oder um Ziegelsteine herzustellen.
V.l.n.r. die Leiterinnen des Frauenvereins Francoise Souili Koama und Marguarite Nakalssé während der Sitzung mit dem Unternehmer und Stéphane Souli.
Stéphane Souli (links) und Unternehmer Joseph Ilboudo (rechts) mit den Mitgliedern des Frauenvereins an der Baustelle.
Einige Jugendliche von der Mittelschule (oben) aber auch die Frauen (unten) helfen kräftig mit beim ausheben der Fundamente.
Jetzt steht auch das Schnurgerüst.
Die wohlverdiente Mittagspause unter dem Schatten-spendenden Karité-Baum.
Hier wird der nächste, schwere Arbeitsschritt vorbereitet.
Die Felsbrocken werden zum betonieren der Fundamente benötigt, um Zement einzusparen.
Die Frauen dort sind es gewohnt, schwere Lasten auf dem Kopf zu tragen.
Das erste Jahr ist um. Die Ausbildung in der Hebammen-Schule von St. Hedwig hat sich gelohnt und die großmütige Unterstützung durch Monika trägt ihre Früchte. Clarissa hat als drittbeste von 99 abgeschnitten und ist sehr stolz darauf.
Sie zeigt uns die Zeugnisse der vergangenen drei Trimester, acht Fächer, allesamt mit guten Noten. Am besten ist sie in allg. Pathologie, und in Kinderkrankheiten und –pflege. Auch bei der praktischen Ausbildung in einer Geburtsklinik schnitt sie sehr gut ab. Nun ist sie Hilfshebamme, accoucheuse auxiliaire. Im nächsten Schuljahr macht sie das Examen zur ordentlichen Hebamme .
Zeugnisse- Drittbeste von 99
Im Ferienmonat August will sie jobben, wenn es sein muss als Haushaltshilfe. Denn sie will auf alle Fälle i h r e n Teil zu den hohen Kurskosten beitragen: Im ersten Jahr hat Monika über den KONVOI 150.000 Francs (250 €) zu den 380.000 CFA beigesteuert, sowie einen monatlichen Unterhalt. Im August werden wir sehen, wie viel ihr diesmal mangelt.
Hilfshebamme Clarissa
Dass sie am 26. Juli Geburtstag habe ließ sie uns schon früh per SMS wissen. In Afrika tun das alle so, besonders wenn die Freunde Europäer sind. Also fuhren wir am Nachmittag bei ihr vorbei und brachten ihr ein Geschenk; sie freute sich sehr darüber. 
Doch nun hat sie eine neue Sorge: das chinesische Moped, vor einem knappen Jahr gebraucht gekauft, hat einen Motorschaden. Was tun?
Als ich sie frage, wie sie morgens um sechs zur Klinik am Stadtrand komme sagt sie verlegen: „Zu Fuß, so wie früher“.
Dr. Rolf Pflücke – Juli 2011
Gonsé, Bantougdo, Saaba In der Regenzeit droht manchmal die Welt unterzugehen: Sturm, Gewitter und Wolkenbrüche. Heute scheint nun wieder die Sonne und der Sandweg zu unseren Savannendörfern ist fast trocken. Nur die knöcheltiefen Pfützen erinnern noch an das Unwetter von gestern. Überall üppiges Grün; das Auge sieht sich kaum satt an den mächtigen Baobabs, den Affenbrotbäumen.
Auf den Hirsefeldern jäten die Leute Unkraut. Und Kinder bieten uns reife Kariténüsse an. Die werden im Juli geerntet und sind sehr nahrhaft. Sie helfen vielen über den Hunger dieser Wochen hinweg. Denn die Getreidespeicher sind jetzt leer; die neue Hirse wird erst im Oktober eingebracht.
In unserem Partnerdorf Gonsé sind die Frauen gerade mit der Verarbeitung der Nüsse zu Karitéseife beschäftigt. Zuletzt hat ihnen der ‚Konvoi der Hoffnung‘ eine Werkstatt hingestellt und eine Solaranlage aufs Dach gesetzt, damit sie in Abendkursen lesen und Schreiben lernen. Gleichzeitig zeigten ihnen Fachkräfte, wie man aus Kariténüssen Seife macht.
Wir lieferten das Startkapital, die Werkzeuge und Zutaten. Was zu Beginn noch schleppend ging, die Verarbeitung und der Verkauf, läuft im zweiten Jahr schon wie am Schnürchen.
Statt der einfachen Paste wollen sie diesmal Seifen machen, weil die Wertschöpfung eine bessere ist. Auf dem Markt bekommen sie für ein Stück Seife 300 Francs, 0,50 Euro. Das ist ein halber Tageslohn auf dem Land. Seither sind sie wie von einem Fieber gepackt. Denn keine der Frauen kriegt von ihrem Mann zu Hause Geld. Wie sollen sie ihre Kinder zur Schule schicken und Hefte, Bleistifte und Uniformen bezahlen? Nun wollen sie einen richtigen Gewerbeverein gründen, mit zwei Präsidentinnen, fünf Marktfrauen und zwei Sekretärinnen. Alle ehrenamtlich, versteht sich. Semest’aba soll er heißen, ‚Gute Zusammenarbeit’. Ob ihr kleiner Verein denn so viele Führungskräfte brauche, frage ich? Doch sie lassen sich da nicht beirren.
Bevor wir losfahren haben sie noch eine Bitte: Ob wir ihnen einen Kinderhort einrichten könnten, wo sie die Kleinen hinbringen, wenn zuviel Arbeit ist oder Markttag. In der Stadt soll es solche ‚Ki-Tas’ schon geben, das hat eine von ihnen gehört. Da die Gemeinde ihnen ein altes Haus überlässt, müssten wir nur für den Umbau und die Einrichtung sorgen.
Bald ein Kinderhort
Da kommt die Spende von Soroptimist Baden-Baden gerade recht. Als ich den braven Müttern von Gonsé von den selbstbewussten Frauen dort erzähle, die so anspruchsvolle Berufe (und Einkommen!) wie die Männer haben, steht vielen der Mund offen. Eigene Einkommen: Für die meisten Frauen in Schwarzafrika klingt das wie ein Märchen.
Aber in Europa werde es wohl so sein, sagen sie in Gonsé, ‚sonst würden uns die Damen doch keinen Kinderhort einrichten!“ Im Oktober wollen wir mit dem Umbau beginnen. Betreuung und Unterhalt wollen die Frauen selbst übernehmen. Aber für die Einrichtung, Möbel und Spielzeug werden noch Spender/innen gesucht.
Nächstes Ziel unserer Reise ist das Partnerdorf Bantóugdo. Dort wurde gerade das Frauenhaus fertig. Notre Trésor, „unser Schatzkästlein“, so nennen sie es. Für dieses Projekt hatte sich ja Judith Jungkind während ihres 2-monatigen Aufenthalts in Bantougdo stark engagiert. Künftig soll es für die Gewerbe- und Alphabetisierungskurse genützt werden, die gehen bereits ins dritte Jahr. In der acht Monate langen Trockenzeit wollen sie ihre Webstühle zum rasseln bringen.
‚Schatzkästlein’ Frauenwerkstatt
In der Nähe wird bald ein größeres Gebäude entstehen, die Mittelschule von Bantógodo. Das ‚Entwicklungshilfeministerium’ BMZ hat uns über BENGO, sein ‚Büro für private Träger’ großzügige Hilfe zugesagt – zwei Drittel der Baukosten! Der KONVOI finanziert den Rest. Im August soll es losgehen, denn die Schule muss im Frühjahr stehen. Unser Kollege aus Pforzheim, Stéphane wird sich um den Baufortgang kümmern.
Bauplatz der Mittelschule
Die Einwohner des Dorfes haben sich verpflichtet, 12.000 Arbeitsstunden beizusteuern. Das Prinzip ‚Hilfe zur Selbsthilfe’ soll sich hier bewähren. Sie werden Sand ankarren und Ziegelsteine fertigen. Wir werden sehen, ob das klappt.
Früher nannte man es Entwicklungshilfe; heute spricht man von Entwicklungszusammenarbeit. Das Wort Hilfe ist politisch nicht mehr korrekt. Dabei drückt es aus, was in den meisten Fällen passiert: Die „Geber“ bauen Schulen, Werkstätten und Waisenhäuser; in den meisten Fällen tun sie es uneigennützig und durch den Einsatz idealistischer Menschen.
Doch was tragen die „Nehmer“ bei? Abgesehen davon, dass auch dieses Wort politisch nicht korrekt ist: Wie viel Eigenleistung bringen sie ein; wie stark ist das Wir-Gefühl, das Engagement einzelner für die Dorfgemeinschaft? Ich habe in Westafrika viele enttäuschende, aber auch sehr ermutigende Beispiele kennen gelernt. Die Quintessenz von ‚geben’ und ‚nehmen’.
Letzte Station unserer Reise durch die Savanne ist das Zuwandererdorf Saaba. Es hat wie die anderen Orte weder Strom noch fließend Wasser. Und nur eine kleine, privat erbaute Dorfschule, die wir im vergangenen Jahr auf vier Klassen erweiterten. Jetzt bauen wir eine fünfte an, sowie einen überdachten ‚Hangar’, in dem künftig die Mittelschule Platz finden soll.
Die Eltern der Kinder machen hier eifrig mit. Wir haben über 200 Müttern Energiesparherde besorgt und für ihre Abendkurse ein Solardach montiert. Der KONVOI bringt außerdem Reis für die Schulspeise und zahlt die Gehälter der vier Lehrer.
Zeugnis für die Klassenbeste
Das Schuljahr ist zu Ende, die Kinder bekommen an diesem Tag ihre Zeugnisse ausgehändigt und zur Stärkung je eine Banane. Ihre Mütter bereiten derweil in einem benachbarten Hof das Mittagessen vor:
Reis mit Fisch, dazu Somko, eine Art Hirsemilch. Ein Bild für Götter, wie sich die Kinder über die Töpfe hermachen!


Das letzte Körnchen Reis
Das Zuwandererdorf Saaba wird künftig unsere größte „Baustelle“ werden, dort mangelt es an allem. Denn die Kommune ist überfordert: Solange die Landflucht zunimmt und Hunderttausende jährlich aus der Savanne in die Stadt ziehen, ist private Hilfe die einzige Hoffnung. Doch wo fängt man nur an?
Den 100 Kindern von Saaba wollen wir zu Beginn des Schuljahres ein tägliches Essen geben. Die Mütter machen mit, zwei Energiesparherde stehen bereit. Schon mit 1000 € lässt sich das machen. Die Bänke für das neue Klassenzimmer werden 400 € kosten. Schulbücher, Bleistifte und Hefte für die Ärmsten noch einmal 500 Euro. Schön wären auch Spenden für den Bau der Mittelschule, der Hangar wird auf 8000 € veranschlagt.
Die Mädchen verabschieden uns mit einem ‚Perlhühnertanz’. Wir sind von soviel Anmut hingerissen. 
Verdienen sie nicht die gleichen Chancen wie unsere eigenen Kinder?
Dr. Rolf Pflücke, Juli 2011
Auf vielfachen Wunsch geben wir Ihnen nachfolgend Informationen und Links zu den letzten, hochinteressanten TV- und Radio-Sendungen mit unserem Afrika-Koordinator Dr. Rolf Pflücke wieder.
SWR Landesschau Baden-Württemberg
(Film läuft ab wenn Sie im Bild unten – oben links – die roten Pfeile anklicken:

„Hilfe für Arme, Kranke, Behinderte – das verspricht die Hilfsorganisation ‚Konvoi der Hoffnung‘. Rolf Pflücke, ehemaliger ARD Korrespondent in Lateinamerika, ist einer, der sich dort engagiert. Vor kurzem hat er Hilfsgüter und Spenden nach Afrika gebracht und erzählt in der Landesschau, was er dort erlebt hat.“ Quelle: swr.de
In diesem Interview schildert Dr. Pflücke unsere direkte „Hilfe zur Selbsthilfe“ mit Schwerpunkt Burkina Faso (Foto anklicken, um den Film zu starten).
SWR2 Wissen
Hörfunksendung (auf swr.de herunterladen)
„Sklavin oder Superfrau – Wie sich Frauen in Westafrika durchsetzen
Bis heute werden in Westafrika kleine Mädchen für ein Handgeld in die Stadt verkauft. Dort müssen sie bis zu 16 Stunden ohne Lohn im Haushalt arbeiten. Viele junge Frauen vom Land sind mangels Schulbildung zum Straßenhandel gezwungen oder zur Prostitution. In den Familien tragen Frauen die Hauptlast der Versorgung.“ Quelle: swr.de
Hier beleuchten Dr. Pflücke und seine Frau in einer halbstündigen Radiosendung von SWR2 Wissen die Gegensätze am Beispiel Burkina Faso, mit denen Frauen in ihrem täglichen Kampf ums Überleben konfrontiert sind.