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Der Kinderhort hat ein Vordach bekommen, bei einer Mittagshitze von über 40 Grad unentbehrlich.
Die Kleinen warten schon aufgeregt. Wir sind mit zwei Säcken Reis gekommen, Dosen mit Tomatenmark und einem Kanister Palmöl. Sowie den beiden Energiesparherden samt passenden ‚Marmites’, Kesseln. 

Inzwischen sind 68 Kinder zu betreuen. Die beiden Aufpasserinnen Olga und Sahra geben sich zwar alle Mühe. Doch sie sind keine ausgebildeten Kindergärtnerinnen. Wie hält man die Rasselbande ruhig und was tut man, wenn sie dringend ‚klein’ oder ‚groß’ müssen?
Über die Hälfte der Menschheit verrichtet ihr ‚Bedürfnis’ noch immer in freier Natur; hier ist es die Savanne hinter der Lehmhütte. Das klingt zwar exotisch, ist aber fatal. Denn Infektionskrankheiten wie Durchfall, Ruhr und Cholera könnten durch ‚Buschlatrinen’ verhindert werden.
Dazu braucht es frühkindliche Anleitung. Als nächstes muss also ein Außenklo her, werden die Kinder Reinlichkeit lernen.
Dr. Rolf Pflücke – 12.12.2011
Sieh an, es geht doch auch miteinander! Die Männer rühren den Mörtel an und die Frauen säubern das Gelände. Für Afrika ein ungewohntes Bild, wo die ‚niederen’ Arbeiten den Frauen vorbehalten sind und die Männer nur gegen Lohn zu einer Schaufel greifen. 
Heute packen alle an, denn es eilt.
Der Kinderhort muss in einer Woche fertig sein; Gemeinderat und Dorfälteste haben sich angekündigt. 
Und vor denen wollen sie sich doch nicht blamieren!
Es war die Idee der Mütter von Gonsé. Sie müssen morgens in die Savanne, Feuerholz holen, den Hirsebrei kochen. Und an zwei Wochentagen tragen sie das Gemüse zum Markt und verkaufen die Karitébutter und –seife, die sie mit Hilfe des KONVOIs produzieren.
Warum soll, was in der reichen Welt üblich ist, nicht auch in der armen funktionieren: Die Kinder an zwei Wochentagen im Hort abliefern, damit man freie Hand hat für die übrigen Dinge. In der patriarchalischen Welt Afrikas, wo die Frau schuftet und der Mann den Pascha spielt, ist das ein Fortschritt!
Unter Aufsicht von Lehrer Leonard und Marcel vom Bürgerkomitee meldeten Mütter aus fünf Ortsteilen ihre Kinder an, zunächst vierzig an der Zahl.
Jede Frau musste sich verpflichten, einmal die Woche, gemeinsam mit vier anderen, Kindergärtnerin zu spielen und die Kleinen zu betreuen.
Doch die Rechenaufgabe machte ihnen großes Kopfzerbrechen. Denn 5 x 7 Tage sind 35; doch da waren 40 Frauen, „fünf zuviel!“
Am Ende kamen sie zur salomonischen Einsicht: Die fünf sind ein ‚Puffer’: Es könnte ja immer mal eine krank sein… 
Lehrer Leonard und Marcel
Der internationale Club Soroptimist in Baden-Baden hatte 2000 € gespendet. Damit wurde ein kleines, verlassenes Haus umgebaut, es bekam zusätzliche Fenster, eine Flügeltür und ein neues Dach. Der Innenputz wurde erneuert und ein Zementfußboden gelegt. 
Wie sie das lieben: ein Gruppenbild!
Eine Woche später soll es nun losgehen. Doch der Schreiner ist mit den Möbeln nicht fertig geworden und der Maurer braucht noch ein paar Tage für das Schattendach.
Und plötzlich sind aus den 40 Kids über 60 geworden. Die Kunde vom fabelhaften „Kinder- Depot“ hat sich wie ein Lauffuer verbreitet und viele Mütter haben noch nachgemeldet. 
Größtes Vergnügen der Dorfbewohner ist das Feiern. Dem Instinkt folgend bin ich am Morgen bei einer Bäckerei vorbeigefahren und habe zwei Säcke voller Baguettes gekauft. Da Brot in Burkina Faso preisgebunden ist, eine große ‚Flöte’ kostet nur 0,25 €, war das billig. 

Doch ich hätte besser gleich zwanzig Säcke voll mitgebracht. Denn da ist das ganze Dorf versammelt: Mütter und Kinder, der vollständige Dorfrat, die fünf ‚weisen Männer’, der alte Marabu und zahllose Zaungäste.
Bin ich Hermes? Hundert Hände strecken sich mir entgegen, jeder will mich begrüßen, als wär ich der Götterbote.
Wer verrät mir einen Trick, diesem lästigen Ritual des ‚Alle-Hände-Schüttelns’ zu entgehen? Selbst Zweijährige halten mir schon ihre Händchen hin. Und die Dorfältesten wiederholen den Prankentausch gleich zwei oder drei Male.
Nun ist es schwer, die Dorfbewohner zum kollektiven Handeln zu bewegen. In der Not ist sich jeder selbst der Nächste und die Sippe geht allemal vor.
Doch in Gonsé ist es dank Lehrer Leonard gelungen, ein Wir-Gefühl zu schaffen.
Die Frauen bekamen von uns eine Werkstatt mit Solardach, wo sie gemeinsam Karitéseife fertigen und alphabetisiert werden. 
Mit Lehrer Leonard und dem Dorfrat
Auch für den Kinderhort haben sie ein ‚Wir-System’ gefunden: die rotierende Betreuung der Kinder durch die Mütter und die Einzahlung eines kleinen Startkapitals.

Einige schleppen Säcke mit Hirse und Bohnen an. Denn die Kinder sollen ein tägliches Essen bekommen.
Der KONVOI wird neben dem Haus und der Einrichtung zwei große Ökoherde stiften. So nimmt das Projekt ‚Bisongo’ einen guten Anfang. Und die Kinder sind gespannt, was da wohl kommen werde. 
Wie diese Zwillinge: Valentin & Valentine
Dr. Rolf Pflücke – November 2011
Seit Beginn der Trockenzeit sind die Arbeiter täglich im Einsatz und der Schulbau geht zügig voran. Mit dem Frauenverein von Bantogodo – dem Bauträger – ist vereinbart, dass die Einwohner 12.000 Stunden Eigenleistung erbringen sollen. Das Ganze darf kein Solokonzert der Weißen werden. 

Und so sieht man jeden Morgen Gruppen von Frauen Sand und Wasser schleppen.
Donnerstags bringt ein alter Bus weitere Freiwillige aus der Hauptstadt. Ouagadougou ist zwei Fahrstunden entfernt.
Ärgerlich nur, dass sich die Männer des Dorfes bisher so wenig um den Schulbau kümmern. Meist stehen sie müßig herum und schauen ihren Frauen bei der Arbeit zu. Der Grund ist, wie mir einer der Kerle zu verstehen gab, dass „wir uns grundsätzlich nur für Lohn die Hände dreckig machen’.
Freiwillige Arbeit also – unter ihrer Würde?
Die Frauen spielten da nicht lange mit. Sie machten ihren ‚Paschas’ Feuer unter den Hintern. Wie, das verrieten sie uns nicht. Ob mit Liebesentzug wie die Athenerinnen der ‚Lysistrata’?
Aufgepasst, Paschas! Inzwischen soll es Männer geben, die mutig für ihr Dorf zur Schaufel greifen! Salmata, die Leiterin der Frauengruppe führt Buch. Über die geleisteten Arbeitsstunden wie über den Fortgang des ganzen Baues.
Zur Zeit wird der Außen- und Innenputz aufgetragen. Und da der Mörtel mangels Strom (und Mischmaschine) von Hand angerührt werden muss, ist täglich eine Menge zu tun.
Der Bauunternehmer hat gerade die dritte Rate eingestrichen, 11 000 Euro. Er kauft jetzt die Träger und Bleche, Eisen und Anker für das Dach.
Zum Jahresende wird das Dach montiert, sollen die Fenster und Türen eingesetzt werden. Mit ein bisschen Glück könnte Anfang 2012 Könnte… die Einweihung sein.
Doch in Afrika dreht sich die Erde bekanntlich langsamer als anderswo.
Wie ein früherer Reisender schrieb: „Gott hat den Europäern die Uhr geschenkt, den Afrikanern aber die Zeit“.
Da der KONVOI unweit der Schule die Werkstatt der Frauen fertig gestellt hat – ihr Atelier –, sollen beide Bauwerke gemeinsam den Segen bekommen.
Frauenwerkstatt – das ‚Atelier’
Im Atelier soll Anfang Dezember dann der letzte Kurs der dreijährigen Erwachsenen-Alphabetisierung beginnen.
Über 50 ehrgeizige Frauen haben sich bereits angemeldet.
Bantógodo wächst über sich hinaus!
Dr. Rolf Pflücke – November 2011
Owinger Schüler erlaufen 12.875,30 Euro bei Sponsorenlauf!
Bei sonnigem Wetter sind am Freitag, den 14. Oktober 2011 über 200 Schülerinnen und Schüler der Auentalschule Owingen beim „Lauf für Afrika“ an den Start gegangen.
Die Schulleitung schreibt: „Wir sind stolz nun verkünden zu können, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch ihre hervorragenden Leistungen eine Gesamtspendensumme von 12.875,30 Euro erlaufen haben. Diese Summe geht nun, wie bereits angekündigt nach Burkina Faso, konkret nach Sabaa. Mit den erlaufenen Geldern möchten wir den Verein ‚Konvoi der Hoffnung e.V.‘ beim Bau einer Schule unterstützen, um so den Kindern dort das Lernen zu ermöglichen. 
Bereits im Vorfeld hatten sich die Kinder um großzügige Sponsoren bemüht, die für jede gelaufene Runde des Kindes einen Festbetrag für einen gemeinnützigen Zweck spenden. Mit viel Energie und Elan sind die Kinder den Lauf angegangen und haben mit ihrem Durchhaltevermögen alle überrascht!
Pünktlich um 9.30 Uhr gab Schulleiter Winfried Boos das Startzeichen zum ersten Sponsorenlauf der Auentalschule. Unterstützt von den Anfeuerungsrufen der Lehrerinnen und Lehrer sowie vieler Eltern und Sponsoren absolvierten die Kinder und Jugendlichen begeistert Runde um Runde. Mit einer hervorragenden Gesamtleistung von 1367,15 erlaufenen Kilometern endete der Sponsorenlauf um 11.00 Uhr.“
Wir vom ‚Konvoi der Hoffnung‘ bedanken uns ganz herzlich, dass die Verantwortlichen der Auentalschule auf Empfehlung der Lehrerin, Frau Anna Herold, dieses Projekt unterstützen und besonders bei allen Eltern und Sponsoren für diese großartige Sache. Aber der größte Dank geht an alle Schülerinnen und Schüler, die durch ihre herausragende Leistung dazu beigetragen haben, dass in Zukunft mehr Kinder in Saaba zur Schule gehen können.
Weitere Fotos vom Sponsorenlauf finden Sie unter www.auentalschule.de.
Manfred Rölleke, stellv.Vorstand.
Der Bau der neuen Realschule in Bantougdo (Burkina Faso) kommt weiterhin sehr gut voran! Jetzt wurden die Maurerarbeiten abgeschlossen und das Dach kann aufgesetzt werden. Hier die neuesten Bilder von der Baustelle. 


Die Schule bekommt auf beiden Seiten eine überdachte Terrasse, um die Sommerhitze etwas draußen zu halten. Schon jetzt sagen wir dem BMZ und bengo, aber auch unseren zahlreichen Spendern, ein herzliches Dankeschön für die großartige Unterstützung.
Dieser zusätzliche Schulraum ist dringend notwendig um den Kindern eine Zukunftsperspektive zu geben. Denn Bildung ist der Schlüssel zum Fortschritt in Afrika.