Tabi und Louis sind zwei ehemalige Kindersoldaten, die von den Mayi-Mayi-Rebellen im Ostkongo gefangen und am Gewehr ausgebildet wurden. Ihr Freund Wedi war zehn, als die Söldner ins das Gehöft kamen. Die Eltern wurden verhört und der Vater vor seinen Augen erschossen. Den Jungen nahmen sie mit und zwangen ihn zum Dienst an der Waffe. Zehntausende von Kids teilten sein Schicksal, sie wurden als Halbwüchsige zu Mördern gemacht.
Nach dem Völkermord im Nachbarland Ruanda (1994) waren Hunderttausende von Menschen in den Ostkongo geflohen.
Und da es keine Ordnungskräfte gab, bildeten sich Milizen, die ihr eigenes Recht schufen, raubten, vergewaltigten und nach Belieben töteten. Viele von ihnen waren zwangsrekrutierte Kinder.
In dem Gebiet lagern wertvolle Bodenschätze, Gold, Kupfer und seltene Erden wie Coltan (ohne die keines unserer Handys funktionieren würde). Und Flugzeuge, die für die Kriegsherren wertvolle Erze ausfliegen, entladen bei Rückkehr Waffen und Munition. Die UN sind nicht in der Lage, den Frieden in diesem weiten, unkontrollierbaren Land zu sichern.
Tabi, Louis und Wedi sind heute fast erwachsen. Als Kindersoldaten haben sie Schreckliches erlebt und getan. Ihr Glück: vor zwei Jahren fanden sie zur NGO
APPROVI, einer Partnerorganisation des deutschen Konvois-der Hoffnung.
APPROVI betreut über 800 ehemalige Kindermilizionäre. Sie bekommen dort eine berufliche Ausbildung und bürgerliche Werte vermittelt. Und sie lernen, sich vor dem HIV-Virus zu schützen, das im Ostkongo wie eine Epidemie um sich greift.

Doch APPROVI mangelt es an Mitteln. Mit 8000 Euro ließe sich ein neuer, mehrmonatiger Wiedereingliederungs-Kurs für Kindersoldaten finanzieren. Der Konvoi-der-Hoffnung e.V. würde die Aufsicht übernehmen.
Dr. Rolf Pflücke – 23.12.2011
Unser 3. Welt Koordinator Hans-Peter Dentler konnte auf seiner Reise zunächst in Ruanda und im Osten des Kongo 327 behinderten oder kranken Menschen mit Rollstühlen, Gehhilfen, Dekubitus-Matratzen, usw. direkt helfen. Ausserdem hat er 600 Brillen an sehgeschädigte Menschen verteilt und 390 arme Kinder und Jugendliche mit Schuhen und Stiefeln beschenkt.
In einem besonders schweren Fall einer jungen Frau, die sich bei einem Sturz die Halswirbelsäule brach und jetzt an Armen und Beinen gelähmt ist, darüberhinaus alle Angehörigen beim Völkermord verloren hat, hat er sie sogar in einem Behindertenheim der Caritas Ruhengeri untergebracht und Hilfsmittel und Geld für eine längerfristige Pflege hinterlassen. Hier ist ein kleiner Auszug von insgesamt über 200 Bilddokumentationen die er in Ruanda und Kongo gemacht hat.
Vor der Hilfe – nach der Hilfe








Von den Spendengeldern über 1.700 Euro (wovon etwa die Hälfte vom Konvoi der Hoffnung zur Verfügung gestellt wurde) hat Hans-Peter Dentler nicht nur die Pflege der o.e. schwer behinderten Frau finanziert, sondern vor Ort 360 Paar Schuhe, 30 Paar Gummistiefel, 10 Paar Kinderkrücken und 60 Blasenkatheder gekauft. Darüberhinaus wurde damit ein Rollstuhlgeeigneter Fahrweg von der Behindertenunterkunft zur Schule, sowie Baumaterial, Ersatzteile und Werkzeug finanziert. Wie Sie sehen kann man dort für relativ wenig Geld eine ganze Menge zum Guten verändern. Herzlichen Dank an alle Spender.
Nach der mehrwöchigen Verteilungsaktion ist er nach Mali weitergereist, um dort die Möglichkeit einer Hilfslieferung zu recherchieren. Danach besuchte er ein Kinderheim der Mission in Tansania und ein Behindertenheim mit Schule in Kenia, wo er überall großen Bedarf an Rollstühlen und anderen Hilfsmitteln für behinderte und kranke Menschen vorfand. Also werden wohl Anfang nächsten Jahres ein oder zwei Container für diese drei Länder beladen und auf den Weg gebracht, wo er sie dann wieder persönlich verteilt und die gewohnt akribischen Text- und Bilddokumentationen erstellen wird.