30.12.2011 | Neue Krankenstation für Damsi
Der Ort ist abgelegen und selbst mit dem Jeep kaum zu erreichen.
Damsi und die zwei Nachbardörfer haben 6000 Einwohner – doch keine funktionierende Krankenstation (CSPS).
Bürgermeister Kaboré, den wir zuerst besuchen, zeigt uns die Lage auf seiner Karte: 19 Dörfer zählt seine Kommune – rund 38000 Einwohner. Doch Damsi liegt weitab im Westen, 20 km von seinem Rathaus entfernt. Und 13 km von Sádogo, wo die nächste Krankenstation steht.
Als eine junge Mutter in Damsi vor zwei Jahren Zwillinge entband und mit starken Blutungen per Moped (!) ins entfernte Sádogo gebracht wurde, kam alle Hilfe zu spät; sie starb unterwegs.
Der Bürgermeister wandte sich verzweifelt an das Gesundheitsministerium. Nach langem Hin und Her kam die erlösende Nachricht : das CSPS wurde zu Anfang 2011 gebaut.
Bürgermeister Kaboré mit dem Lageplan seiner Kommune
Doch im Haushaltsplan der Gemeinde sind keine Mittel da für die Einrichtung der Station, für Betten, Rollstühle und Untersuchungsgeräte. Für eine ‚Mobilette’, einen Krankentransport.
In seiner Not wandte sich der Bürgermeister an den Konvoi-der-Hoffnung.
Kurz vor Weihnachten besuchten wir den Ort, tief in der Savanne. Für 20 km brauchten wir über eine Stunde, dabei ist jetzt Trockenzeit. Im Sommer, nach schweren Regen, ist die Strecke kaum passierbar und ein Nottransport von Damsi nach Sádogo unmöglich. Die eigene Station könnte Leben retten.
Das Ministerium wäre bereit, zwei feste Krankenpfleger zu entsenden, ihren Unterhalt trägt die Staatskasse. Doch für alles weitere muss die Gemeinde aufkommen.
Im Gefolge des Bürgermeisters und zweier Schullehrer schauen wir uns um: die Baufirma hat erstklassige Arbeit gemacht. Vier gut verputzte und saubere Zimmer, Räume für die stationäre Behandlung, ein Büro für die Krankenpfleger. Selbst an die Deckenventilatoren ist gedacht – wo es doch weit und breit keinen Strom gibt. Aber vielleicht kommt der ja irgendwann.
Mit 8000 bis 10.000 Euro ließe sich die Krankenstation ausrüsten. Mobilette (Moped-Ambulanz) inbegriffen. Fünf Betten für stationäre Fälle, eine Liege für ambulante Untersuchungen, ein großer Kühlschrank samt Gasflaschen, ein Infusionsgalgen, Stühle und ein Schreibtisch für das Büro. Sowie Wandregale und Kleingeräte wie eine Waage und Stethoskope.
Als wir die leere Krankenstation verlassen warten draußen schon viele Leute. Ein ‚Weißer’ sei da, hat sich im Dorf herumgesprochen. Nun meinen viele, der Fremde sei vielleicht ein Albert Schweizer, der sie auf der Stelle untersuchen und heilen könne. Doch soweit ist es noch lange nicht.
Gibt es vielleicht doch einige freigiebige Spender, die uns dabei helfen wollen?
Dr. Rolf Pflücke – 23.12.2011