27.12.2011 | Ehem. Kindersoldaten benötigen Hilfe
Tabi und Louis sind zwei ehemalige Kindersoldaten, die von den Mayi-Mayi-Rebellen im Ostkongo gefangen und am Gewehr ausgebildet wurden. Ihr Freund Wedi war zehn, als die Söldner ins das Gehöft kamen. Die Eltern wurden verhört und der Vater vor seinen Augen erschossen. Den Jungen nahmen sie mit und zwangen ihn zum Dienst an der Waffe. Zehntausende von Kids teilten sein Schicksal, sie wurden als Halbwüchsige zu Mördern gemacht.
Nach dem Völkermord im Nachbarland Ruanda (1994) waren Hunderttausende von Menschen in den Ostkongo geflohen.
Und da es keine Ordnungskräfte gab, bildeten sich Milizen, die ihr eigenes Recht schufen, raubten, vergewaltigten und nach Belieben töteten. Viele von ihnen waren zwangsrekrutierte Kinder.
In dem Gebiet lagern wertvolle Bodenschätze, Gold, Kupfer und seltene Erden wie Coltan (ohne die keines unserer Handys funktionieren würde). Und Flugzeuge, die für die Kriegsherren wertvolle Erze ausfliegen, entladen bei Rückkehr Waffen und Munition. Die UN sind nicht in der Lage, den Frieden in diesem weiten, unkontrollierbaren Land zu sichern.
Tabi, Louis und Wedi sind heute fast erwachsen. Als Kindersoldaten haben sie Schreckliches erlebt und getan. Ihr Glück: vor zwei Jahren fanden sie zur NGO
APPROVI, einer Partnerorganisation des deutschen Konvois-der Hoffnung.
APPROVI betreut über 800 ehemalige Kindermilizionäre. Sie bekommen dort eine berufliche Ausbildung und bürgerliche Werte vermittelt. Und sie lernen, sich vor dem HIV-Virus zu schützen, das im Ostkongo wie eine Epidemie um sich greift.
Doch APPROVI mangelt es an Mitteln. Mit 8000 Euro ließe sich ein neuer, mehrmonatiger Wiedereingliederungs-Kurs für Kindersoldaten finanzieren. Der Konvoi-der-Hoffnung e.V. würde die Aufsicht übernehmen.
Dr. Rolf Pflücke – 23.12.2011