15.12.2011 | Lebender „Klein-LKW“ stiftet Zukunft
In der Savanne ist das Leben meist kurz; die Menschen haben kein Geld für einen Arzt oder für Medikamente. Und wenn – wie im Fall von Mamunata – der Mann stirbt und seine arme Frau mit fünf Kindern zurück lässt, so nimmt sich dessen Familie ihrer an. Gewöhnlich ist es ein Bruder des Toten, der die Witwe heiratet und versorgt. Doch wenn sie zu alt ist fällt sie oft allen zur Last.
So fiel das Geschenk des KONVOIs für die 51-Jährige gleichsam vom Himmel. Jetzt ist sie eine gemachte Frau, sie kann im kleinen Weiler für die anderen Großfamilien mit ihren rund 60 Mitgliedern Sand und Ziegelsteine transportieren, die Ernte einholen und zum Markt fahren. Kurzum: sich nützlich machen und dabei was verdienen. Zwei der älteren Kinder werden den Esel versorgen.
Auch die Witwe Koudbi Ouedraogo bekam vom KONVOI ein unverhofftes Weihnachtsgeschenk.
Das Grab ihres Mannes liegt unweit vom Gehöft; er ist 2007 an Malaria gestorben. Bauernfamilien mit Land erlaubt der burkinische Staat, ihre Toten auf dem eigenen Acker zu bestatten, auch wenn es aus hygienischen Gründen nicht mehr gern gesehen ist.
Assami, der Bruder des Verstorbenen, hat die Schwägerin geheiratet und kümmert sich um ihre sechs Kinder. Wo es keine andere soziale Sicherheit als den Familienverband gibt, die Frau keinen eigenen Besitz hat, keine Rücklagen, keine Rente, ist das ihre einzige Überlebenschance.
Auch im Gehöft der Ouedraogos tummeln sich zwölf Kinder. Vier Einfache Lehmhütten, zwei Frauenhäuser und ein paar Mörser. In dieser Gegend sind alle Hirsebauern. Doch da die Ernte dieses Jahr sehr dürftig war, müssen die beiden Brüder sehen, wie sie die vielen Mäuler stopfen.
Da kommt das Gefährt gerade recht.
Mit Hilfe der Münchner Spende konnten bisher 14 solche ‚Kleinlaster’ verschenkt werden. Wir wählen vor allem arme Frauen aus, Witwen, deren Leben durch so ein Eselgespann neuen Sinn und Wert bekommt. Voller Stolz dreht Koudbi eine Runde.
Dr. Rolf Pflücke – 15. Dezember 2011