04.06.2011 | Péodogo – Ein Langohr für 30 Frauen
Afrika hat seine Überraschungen!Mitten in der Savanne das Dorf Péodogó. Schon von fern hören wir den Rhythmus der Trommeln. Dreißig Frauen in ihren schönsten Kleidern kommen uns tanzend entgegen. Sie haben an diesem Morgen – es ist Regenzeit – einfach mal ihre Arbeiten liegen lassen, um uns fröhlich zu empfangen.
Eine der Damen trägt stolz ihren Brautschatz auf dem Kopf. Was hat sie vor? Selbst ein erfahrener Afrika-Trotter wie ich weiß es nicht. Vorsicht! Ich bin nicht zur Brautwerbung gekommen, sondern um einen Esel mit Karren zu verschenken.
Wie das dank der großmütigen Spende Münchner Freunde von ERGO in einem Dutzend weiterer Dörfer der Fall war.
Die Frauen von Péodogo haben vor Jahren einen Verein gegründet und sich beim Ministerium eine Urkunde geholt. Jetzt können sie die Belange ihres Dorfes mit e i n e r Stimme vertreten, auch gegenüber internationalen Organisationen (NGO’s).
Sie kümmern sich um die Schulspeise ihrer Kinder, u m F a m i l i e n p l a n u n g , das Verbot der Genitalverstümmelung, kurz, um ein besseres Leben im Ort.
Mit dem Gespann wollen sie nun Müll wegfahren und Trinkwasser für die Schulkinder holen. Und vielleicht lässt es sich auch für Transporte vermieten – willkommene Nebeneinkünfte für ihren Verein.
Zum Dank überreicht uns der Chef des Bürgerrats, Baptiste, einen Korb voller Hühnereier. (Er verrät uns aber nicht, wie alt sie sind…)
Und die Frauen tanzen zum Abschied einen ausgelassenen To-Jigabá, bei dem sie zum Schlag der Trommeln die Hintern gegeneinander rumsen. Afrika, deine Erotik!
Dr. Rolf Pflücke – Mai 2011