10.02.2010 | Frauenbildung bringt Afrika voran
In seinem Weihnachtsurlaub zu Hause in Bantougdo (Burkina Faso) hat unser Freund Stéphane Souli die Alphabetisierung und Berufsausbildung von 40 Frauen in seiner Heimat begleitet. Hier ist sein Bericht:
Burkina Faso hat die typischen Eigenschaften eines Landes mit niedriger Einschulungsrate (59,9% im Jahre 2008 darunter nur 55,6% für Mädchen). Die Abschlussrate bleibt sehr schwach (40,7%, darunter nur 36,3% für die Mädchen). (Auskunftsquelle, „statistisches Jahrbuch 2007-2008“, von der DEP des MEBA). Bei den Erwachsenen sind in Burkina Faso nach wie vor rund 70% Analphabeten. Dafür gibt es viele Gründe, der Hauptgrund aber ist die große Armut des Landes und das extreme Elend der Bevölkerung. Davon sind besonders die Frauen betroffen, deren erstes Anliegen darin besteht, täglich das überleben der Familie zu sichern. Unregelmäßige Mahlzeiten und Krankheien führen zu hoher Abwesenheit oder Lernabbruch. Fehlende Schulmittel sind ebenfalls für schlechte schulische Leistungen der Kinder verantwortlich.
Vor dieser traurigen Wirklichkeit hat sich der Frauenverein Association Liaison des Femmes Nong Taaba (ALFNB) von Bantougdo, mit Hilfe vom Konvoi der Hoffnung e.V. die Verstärkung der Kapazitäten der Frau auf dem Land zu ihrem Leitthema gemacht. Ein Hauptziel dieses unpolitischen Frauenvereins besteht darin, die unumgängliche Rolle bei der Erziehung ihrer Kinder zu stärken, indem man ihr die Möglichkeit gibt, selbst die notwendigen Sach- und Finanzenmittel zu erwerben, um eine gesunde und qualitative Erziehung ihrer Kinder zu ermöglichen und zu vereinfachen. In diesem Sinn also sind mehrere kleine einkommenserzeugende Aktivitäten für die Landfrauen von Bantougdo eingeleitet worden (mit Bantougdo als Pilotdorf der Provinz Sourgobila). Die monatlichen Beiträge der Mitglieder schafft die Möglichkeit den bedürftigsten Frauen kleine Kredite zu gewähren. Dies wird durch gemeinsame Veranstaltungen, wie Kulturtage und Kirmes, aber auch durch Getreideernte und den Verkauf von Gewürzen unterstützt. Die guten Ergebnisse, dieser bereits seit längerem laufenden Aktionen sind sehr überzeugend, da es vielen Frauen gelingt, an jedem Schulbeginn die Beiträge der Schulkosten für ihre Kinder zu zahlen und auch das geforderte Getreide, für die Schülerspeisung zu erbringen. Die Hygiene und die Gesundheit der Kinder haben sich stark verbessert, weil die Mütter es jetzt schaffen, auch Seife zu kaufen. Satte Kinder lernen auch besser als hungrige. So hat der Konvoi der Hoffnung e.V. es verstanden, in Bantougdo nachhaltige Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten. Dieses Projekt hat nur 2904,35 € gekostet.
Um diesen Landfrauen nun eine noch aktivere Roll bei der Erziehung ihrer Kinder zu ermöglichen, hat der Konvoi der Hoffnung e.V. mit 2.904,35 Euro folgende Ausbildungsprojekte für die Frauen selbst finanziert:
Die Ausbildung von 40 Frauen in der Weberei von Baumwolle und Baumwollstoffen (Burkina Faso ist ein großer Baumwollerzeuger, der lokale Markt ist sehr wichtig).







Die Herstellung von Seife aus den Früchten der Karité-Bäume (der Kauf von industrieller Produktion ist meist unerschwinglich für die Mehrzahl der Haushalte).


Damit die Frauen die notwendigen Kompetenzen bekommt, um ihre Produktion zu verwalten und zu vermarkten wird diese Bildungssitzung parallel mit einer Bildung in funktioneller Alphabetisierung „Alphabetisierung im Arbeitsmilieu (AMT)“ geführt.
Dabei fungieren lokale Lehrerinnen aus der Hauptstadt Ougadougou auch als Verbindungsglieder und pflegen den Geist der Zusammenarbeit und des gegenseitigen Erfahrungsaustausches zwischen den Frauen der Stadt und jenen des Dorfes.
Die praktische Bildung in Weben und Seifensiederei hat zwei Wochen gedauert. Die erste Woche für die theoretische Lehre. In der zweiten Woche musste das Gelernte in der Praxis erarbeitet werden. In kleineren Gruppen konnten dann die Landfrauen in die Produktion der Seife und das Weben einsteigen.
Die Alphabetisierung, die während der gesamten Trockenzeit durchgeführt wird, wird durch eine schriftliche und mündliche Bewertung der Frauen im März 2010 abgeschlossen. Sie können dann lesen und schreiben und sind in der Lage, die funktionelle Umschrift vom Französischen ins lokale Mooré zu übersetzen. In Anbetracht der Tatsache, dass während des Tages die Lernenden sowie ihre Ausbilderinnen nicht nach Hause zurückkehren können, wird zur Mittagszeit eine gemeinsame Mahlzeit eingenommen. 
Frau Koama Francoise (Bild unten), die Präfektin des Bezirks, hat der Hilfsorganisation „Konvoi der Hoffnung e.V.“ ihre tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck gebracht und hofft nun, dass diese Hilfe weiter gehen kann. 

Auch der Bürgermeister der Provinz Sourgoubila (M. Kaboré) hat sich in seiner Ansprache herzlich bedankt. Er hat die Frauen gebeten, zusammen zu bleiben, um neue Siege gegen die Armut zu gewinnen.
(Noraogo Stéphane Souli – Jan. 2010).