09.07.2009 | Dr. Pflücke berichtet Konvoi-Team

Der pensionierte Auslandskorrespondent Dr. Rolf Pflücke aus Heidelberg stieß Anfang des Jahres zu unserer Hilfsorganisation. 1942 in Bruchsal geboren, wuchs er in Zeutern auf. Nach Studium und Promotion berichtete er bis 1979 als ARD-Korrespondent aus Latein-Amerika. 1986 wechselte Pflücke zum ZDF und hatte dann viele Einsatzorte in aller Welt, drehte Dokumentarfilme und berichtete von verschiedenen Brennpunkten der Erde. So hatte er z.B. 2004 von der Geiseltragödie einer deutschen Touristin in Kolumbien live zu berichten.In diesem Jahr war er schon dreimal in Burkina Faso sowie in Tansania und Sansibar. Seine Frau arbeitet dort in der Entwicklungshilfe für die GTZ (Gesellschaft für technische Zusammenarbeit), einer Abteilung des Entwicklungshilfeministeriums. Pflücke nutzte die Reisen, um für den Konvoi der Hoffnung als Afrika-Koordinator, die laufenden Hilfsprojekte in Afrika mit neuem Leben zu erfüllen, aber auch um den Spendern zu zeigen wofür ihr Geld verwendet wurde. Dabei zahlt er, wie übrigens alle freiwilligen Mitarbeiter des Konvoi-Teams die Reise- und Verwaltungskosten aus der eigenen Tasche.

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Der Vorsitzende, Otto Fischer, konnte neben Dr. Pflücke (links stehend) über 30 freiwillige Mitarbeiter zum internen Informationsabend begrüßen. „Der Konvoi der Hoffnung ist stolz darauf, dass das ganze Spendengeld zu 100% in die Hilfsprojekte einfließt.“, betonte er.

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Danach begann Dr. Pflücke seinen ausführlichen Bericht, unterlegt mit über 60 Fotos. „Überall wo ich hin kam waren die Hilfsmaßnahmen vom Konvoi präsent. Die Rollstühle und Gehhilfen beherrschen das Straßenbild und Menschen tragen T-Shirts mit deutschen Werbeaufdrucken. Auch der riesige Container auf dem Schulhof, der als Schulbibliothek genutzt wird, und unsere blauen Wasserfässer aus Ketsch sind nicht zu übersehen wo sie herstammen“, bemerkte er.Im weiteren Vortrag merkte man sofort, dass der Schwerpunkt seiner Entwicklungsarbeit in Afrika in der Schulbildung und der Ökologie zu finden ist. „80% sind in Burkina Faso Analphabeten“ sagte er, und weiter „nur 20% der Kinder können eine Schule besuchen und viele müssen jeden Tag 10 km und mehr aus der weiten Savanne zur Schule laufen, oft ohne jegliche Verpflegung“. Da es sich mit knurrendem Magen schlecht lernen lässt, hat er als erstes eine Schülerspeisung organisiert. Die Grundschule in Bantougdo hat 780 Schüler bei einer Klassengröße bis zu 150 Kindern! Die Oberschule nur 80. Im Gespräch mit dem Schulleiter kam auch an den Tag, dass das Wasser aus dem 30 Meter-Tiefbrunnen doch noch Parasiten enthält, also hat er schon bei seinem ersten Besuch Wasserfilter gekauft. Seitdem ist der Durchfall bei den Kindern stark zurückgegangen.Sch  lerspeise 110 0027Sch  lerspeisung 110 0022Wasserfilter 110 0004Herdverkauf 110 0065

Doch um Mittagessen kochen zu können, musste er mehrere Säcke Hirse, Reis, Tomaten und auch Olivenöl besorgen. Auch hat er zwei Öko-Kochherde gekauft, die 60% weniger Brennholz verbrauchen als die herkömmlichen, riesigen Lehmherde. Das hat „Schule“ gemacht und so kauften bis jetzt rund 40 Privathaushalte in dem Dorf ebenfalls kleinere Öko-Herde zum Preis von umgerechnet 3 Euro, was nicht nur zusätzliche Arbeit dort schafft, sondern den Frauen selbst hilft, da sie nicht so viel Brennholz von der Savanne heim schleppen müssen.

Neuer Brunnen 100 0993

Aber damit noch nicht genug. Bei seinem zweiten und dritten Besuch kümmerte er sich um die Fertigstellung von weiteren Tiefbrunnen aus dem laufenden Brunnenbau-Programm. Er organisierte einen Schulgarten, damit für die Schulspeisung nicht immer alles gekauft werden muss und informierte sich über die Wiederaufforstung, denn die immer kahler werdende Savanne hat verheerenden Folgen für Mensch und Tier.Aufforstung 100 0996

Auch organisierte er die Untersuchung von über 150 Menschen mit Augenkrankheiten und sorgte für die Operation von 37 Menschen mit grauem Star oder Augenlidverwachsungen, einer Krankheit die in der heißen Savanne bei älteren Menschen häufig anzutreffen ist und unbehandelt zur Erblindung  führt. Weitere 14 Menschen wurden mit gebrauchten Brillen versorgt, bei denen neue Gläser nach dem individuellen Bedarf eingepasst wurden.Augen OP 110 0029Bei Augen.OP 110 0030

Er lobte bei seinem Vortrag wiederholt die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Konvoi der Hoffnung, der nicht einfach Geld überweist, sondern vor Ort sich um den richtigen Einsatz kümmert. Dabei auch immer darauf achtet, dass die Menschen selbst etwas Geld beisteuern, damit sie besser auf die Sachen aufpassen. Sei dies bei der Beschaffung von Eseln für die Landwirtschaft oder dem Bau von Tiefbrunnen.Am kommenden Sonntag reist Dr. Pflücke wieder nach Burkina Faso. Dann wird er sich u.a. um den Anbau des Schulgartens kümmern, damit mit der beginnenden Regenzeit die Anpflanzung abgeschlossen werden kann. „Es gibt noch viel zu tun“, sagte er und schloss seinen Vortrag mit dem Dank und dem Wunsch an alle Spender, den Konvoi der Hoffnung weiterhin zu unterstützen, Afrika in der Entwicklung voran zu bringen. „Auch viele Kleinbeträge können in der Summe eine große Hilfe zur Selbsthilfe sein!“Dorf  100 1107


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